Kultusminister Helmut Rau kritisiert den Gesetzentwurf der SPD als unausgegoren

Kultusminister Helmut Rau MdL kritisierte den Gesetzentwurf der SPD: "Wer den Eindruck erweckt, dass die Schaffung von Gemeinschaftsschulen, wie von der SPD gefordert, dazu beiträgt, die wohnortnahe Schule zu sichern, führt mit dieser Behauptung gezielt in die Irre."

11.07.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Der demografisch bedingte Schülerrückgang führe zwangsläufig dazu, dass Gemeinden vor Ort nach flexiblen Lösungen suchen müssen. Deshalb haben die Kommunalen Landesverbände in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium ein Eckpunktepapier verabschiedet, das den Städten und Kommunen vor Ort praktikable Lösungsvorschläge an die Hand gibt. Dazu zählt auch die Möglichkeit der engen Kooperation zwischen Haupt- und Realschule. "Wer die Hauptschule auflöst, muss auch die Realschule auflösen. In beiden Schularten wird aber hervorragende Arbeit geleistet", sagte Rau.

Außerdem habe die SPD weder ein solides Finanzierungskonzept dargelegt, noch plausibel gemacht, was die Kinder und Jugendlichen in der Gemeinschaftsschule lernen sollen. Die Schulen in Baden-Württemberg arbeiten mit den modernsten Unterrichtskonzepten auf der Grundlage der neuen Bildungspläne 2004, die weit über die Landesgrenzen hinaus anerkannt sind. Die SPD gehe in ihrem Entwurf überhaupt nicht darauf ein, was die Grundlage für den Unterricht in Gemeinschaftsschulen sein soll. Sie habe sich auch nicht dazu geäußert, ab welcher Größe eine Gemeinschaftsschule eingerichtet werden könne. "Dieser Entwurf ist schlicht unausgegoren und stiftet Verwirrung", erklärte Rau. Wer es ernst damit meine, Kinder nach seinen Begabungen und individuellen Bedürfnissen unterstützen zu wollen, müsse im Rahmen des gemeinsamen Lernens pädagogische Differenzierungsmaßnahmen anbieten können. Wer aber Schularten auflöse oder zusammenlege, müsse große Schulzentren bilden, um pädagogisch sinnvolle Differenzierung zu leisten. "Das ist nur in einer drei- bis vierzügigen Schule zu erreichen", sagte Rau.

Soziale Gerechtigkeit werde durch Anschluss- und Übergangsmöglichkeiten hergestellt. Entscheidend sei, welche Zukunftsaussichten sich für junge Menschen aus der Schulbildung ergeben. "Nirgendwo in Europa haben Jugendliche so gute Perspektiven wie in Baden-Württemberg", erklärte Rau. Baden-Württemberg hat eine Jugendarbeitslosigkeit von 3,4 Prozent, die niedrigste in Europa.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden