Tagung

Kultusminister Tonne beim Schulleitungs­verband 

Das Thema Entlastung von Lehrkräften und Schulleitungen wird von Niedersachsens Kultus­minister konsequent weiterbearbeitet: „Ich werde dem Runden Tisch mit Verbänden und Gewerkschaften im November vorschlagen, mit der Reduzierung der Unter­richts­verpflichtung der Schulleiterinnen und Schulleitern an Grundschulen zu beginnen."

19.09.2019 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium
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"Damit könnten wir ein weiteres Signal für schrittweise Verbesserungen setzen“, so der Kultusminister Grant Hendrik Tonne auf der gestrigen Herbsttagung des Schulleitungsverbandes. 

Die letzten Dialogrunden hätten gezeigt, dass für die Verbände die Veränderung der Arbeitszeit der Schulleiterinnen und Schulleiter der Grundschulen als prioritär angesehen wird. „Diese Einschätzung teile ich. Daher wird mein Vorschlag für die nächste Sitzung des Runden Tisches im November lauten, als ersten Schritt zunächst die Unterrichtsverpflichtung der Schulleitungen um eine Stunde zu senken, um mehr Zeit für die Leitungsaufgaben zur Verfügung zu stellen“, sagte Tonne.  

Mit diesem Vorschlag wolle er dem schrittweisen Prozess um die Entlastungsmaßnahmen und Verbesserungen bei der Arbeitszeit der Schulleitungen und Lehrkräfte einen weiteren Impuls verleihen. Wichtig sei ihm aber weiterhin ein „abgestimmtes Vorgehen mit den Lehrergewerkschaften und Verbänden, so wie wir es auch bei dem 11-Punkte-Entlastungspaket praktiziert haben“, betonte Tonne.

Zudem machte der Kultusminister deutlich, dass Schulleitung ein eigenes Berufsbild sei, das zukünftig klar definiert werden solle. Tonne: „Damit verfolgen wir das Ziel, für gesunderhaltende Arbeitsbedingungen zu sorgen, geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu bekommen sowie die Erst- sowie Weiterqualifizierung für Schulleitungen weiter zu entwickeln. In diesem Prozess werden wir uns umfassend ansehen, was Schulleitungsarbeit ausmacht und den Kern von Schulleitung beschreiben. Damit wollen wir auch den Beruf der Schulleiterin oder des Schulleiters von dem einer Lehrkraft abgrenzen und auch Konsequenzen für die dafür notwendigen Ressourcen ziehen.“ Hierfür würden im November Vertreterinnen und Vertreter der Schulleitungsverbände zu einer neuen Arbeitsgruppe des Kultusministeriums „Berufsbild Schulleitung“ eingeladen, um in einen intensiven Austausch zu kommen und ein gemeinsames Konzept zu entwickeln. Im Fokus stünden die Handlungsfelder, in denen eine Schulleiterin oder ein Schulleiter agiert, wie beispielsweise „Lernen und Lehren“, „Personalführung und -entwicklung“ oder „Organisation und Management“. 
 
Der Kultusminister erklärte auf der Herbsttagung des Schulleitungsverbandes zudem, zum 2. Halbjahr des Schuljahres 2019/2020 an den öffentlichen allgemein bildenden Schulen Stellen für voraussichtlich rund 1.350 neue Lehrkräfte ausschreiben zu lassen. Wir gehen derzeit davon aus, dass zirka 780 Lehrerinnen und Lehrer aus dem Dienst ausscheiden werden. Tonne: „Damit werden wir erneut einen deutlich positiven Saldo von rund 500 Stellen plus für die Unterrichtsversorgung erzielen. Mein Ziel ist und bleibt, die Unterrichtsversorgung Schritt für Schritt weiter zu verbessern. Erfolgreiche Einstellungsverfahren sind dafür der entscheidende Baustein.“

Stellenbesetzungen erfolgreich vorzunehmen sei allerdings eine sehr intensive Arbeit, die die Schulleitungen gemeinsam mit der Landesschulbehörde ausgezeichnet erledigten. „Dafür bedanke ich mich ausdrücklich bei Ihnen und der Niedersächsischen Landesschulbehörde“, so Tonne, der berichtete, dass aktuell 1.781 der ausgeschriebenen 1.900 Stellen zum ersten Halbjahr 2019/2020 besetzt werden konnten. Über 92 Prozent aller neuen Lehrkräfte hätten eine grundständige Lehramtsausbildung (138 Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger; 7,7 Prozent). 

Die Unterrichtsversorgung werde sich im laufenden Schuljahr weiter steigern und bei knapp unter 100 Prozent einpendeln. Im Kalenderjahr 2019 seien damit aktuell rund 800 Lehrkräfte mehr eingestellt worden, als in Pension gegangen sind. Die eingeschlagene Richtung sei gut, aber bei weitem nicht an allen Schulen sei die Lage akzeptabel. Insbesondere an Haupt-, Real- und Oberschulen im ländlichen Raum gäbe es einen spürbaren Mangel an Bewerberinnen und Bewerbern. Daher würden im Kultusministerium im Rahmen des Sonderprogramms „Starke Sek.I-Schulen“ neue Anreize für Lehrkräfte geprüft. Zudem müsse die Beratung der Studierenden aufgrund der aktuellen Entwicklungen deutlicher in Richtung Lehramt für Haupt- und Realschule und Sonderpädagogik ausgerichtet werden. 


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