GEW Baden-Württemberg:

Kultusminister verteilt Hausaufgaben

"Die GEW freut sich, dass Kultusminister Andreas Stoch zum Beginn des Schuljahres Hausaufgaben an seine Kabinettskollegen und die Abgeordneten der SPD und der Grünen verteilt. Seine Forderung nach Poolstunden für die Grundschulen zur individuellen Förderung ohne dass dies zu Lasten anderer Schularten und Angebote geht, ist richtig und überfällig. Grün-Rot muss endlich beweisen, dass sie den Grundsatz ´Auf den Anfang kommt es an` ernst nehmen", sagte am Mittwoch (04.09.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

04.09.2013 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die Grundschule ist die einzige Schulart, die keine Poolstunden erhält. Die Bildungsgewerkschaft kritisiert, dass derzeit vor allem die Grundschulen als Steinbruch genutzt werden, um Löcher in anderen Schularten zu stopfen. Zum Beispiel wurden in Ludwigsburg jetzt Angebote für Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche gestrichen. "Förderstunden für Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten und Rechenschwäche gehören in die Pflichtzuweisung. Sie sind ebenso wenig Kür wie Stunden für Sprachförderung. Dass es Schulen gibt, die Schülerinnen und Schülern ohne deutsche Sprachkenntnisse kein Förderangebot machen können, ist unverantwortlich und skandalös", sagte Moritz.

Den Ausbau der festen Krankheitsreserve um 200 Deputate auf 1.666 Stellen nennt die GEW-Chefin "einen weiteren wichtigen Schritt". Sie erinnert aber daran, dass damit nur ein kleiner Teil des Unterrichtsausfalls vertreten werden kann. Experten gehen davon aus, dass in Baden-Württemberg 5.000 – 6.000 Stellen nötig wären, um Unterrichtsausfall weitgehend zu vermeiden. Die GEW kritisiert die Engpässe im Ergänzungsbereich, der von Jahr zu Jahr schlechter ausgestattet wird. In den Realschulen, die kaum sinkende Schülerzahlen haben, gab es im Schuljahr 2009/10 noch 14.311 Lehrerwochenstunden für ergänzende Angebote, zwei Jahre später waren es nur noch 10.801 Stunden.

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