Hessen

Kultusministerin Dorothea Henzler kritisiert Schulgesetzentwurf der SPD

Kultusministerin Dorothea Henzler hat heute im Wiesbadener Landtag den Schulgesetzentwurf der SPD kritisiert. „Ich verstehe nicht, dass die SPD mit ihrem Vorstoß einer Gemeinschaftsschule abermals eine Strukturdebatte anstößt, obwohl der Hamburger Volksentscheid gezeigt hat, dass die Eltern hier Ruhe und Verlässlichkeit wünschen“, sagte Henzler.

29.09.2010 Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Es sei wissenschaftlich nicht erwiesen, dass längeres gemeinsames Lernen zu mehr Bildungserfolg führe. „Strukturdebatten um das Bildungssystem bringen unsere Schulen keinen Schritt weiter.“ Eine Reform auf diesem Gebiet sei daher völlig unnötig. „Wir müssen vielmehr dafür sorgen, dass die Schulen gute Rahmenbedingungen erhalten, gut mit Lehrern ausgestattet sind und die Motivation der Lehrkräfte stimmt“, so Henzler.

Die Ministerin erteilte zudem dem Vorhaben der SPD, die Oberstufe flexibel zwei bis vier Jahre zu gestalten, eine klare Absage. „Die Kultusministerkonferenz schreibt vor, dass die Oberstufe drei Jahre dauern muss. Sie können nicht gegen diese klare Vorschrift verstoßen.“ Mit ihrer ständigen Kritik an G8 versuchten die Sozialdemokraten vielmehr, die verkürzte Gymnasialzeit zum Dauerthema zu machen. „Eine komplette Rückkehr zu G9, wie es die SPD fordert, würde nichts als Unruhe an die Schulen bringen. Die Schulen haben sich mittlerweile sehr gut auf G8 eingestellt“, so Henzler. Mit der Einführung der Bildungsstandards zum Schuljahr 2011/12 bekämen die Schulen zudem weitere Freiheiten in der Unterrichtsgestaltung.

Die Inklusion nannte Henzler ein sensibles Thema. Es eigne sich nicht für politische Auseinandersetzungen, sondern müsse langsam und mit Bedacht angegangen werden. „Das Wohl jedes einzelnen behinderten Kindes muss dabei absolut im Mittelpunkt stehen“, so die Ministerin. Die Hessische Landesregierung wolle Inklusion Schritt für Schritt umsetzen und es sei wichtig, dass sich alle demokratischen Parteien an diesem Prozess beteiligten.


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