Kultusstaatssekretär Bernd Sibler und Arbeitsstaatssekretärin Melanie Huml stellen Fragebogenaktion zum Schulbeginn 2008/2009 vor

Fast die Hälfte der Jugendlichen, die keine Ausbildung finden und schulische Angebote für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz nutzen, sind den Arbeitsagenturen nicht bekannt. Die gemeinsame Fragebogenaktion des Kultus- und des Arbeitsministeriums soll dies ändern. "Die Berufsschulen legen den Fragebogen allen Jugendlichen, die zu Beginn des Schuljahres keinen Ausbildungsplatz hatten vor und leiten die Fragebögen, soweit die Jugendlichen dies möchten, an die Arbeitsagenturen weiter. Die Fragebogenaktion ist ein Beispiel, wie zwei wichtige Begleiter für Jugendliche, denen der Übergang in eine Ausbildung nicht gelingt, gut zusammenarbeiten", so Kultusstaatssekretär Sibler.

23.10.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Alle Jugendlichen, die zu Schulbeginn noch keine Ausbildung gefunden haben, können dadurch den zuständigen Arbeitsagenturen Informationen über ihre Vorbildung, ihre Pläne für das laufende Schuljahr und ihren Beratungsbedarf geben. Huml: "Wenn es gelingt, Jugendliche und Berufsberater zusammenzubringen, können ausreichend Angebote unterbreitet werden. Denn die Trendwende am Ausbildungsstellenmarkt ist geschafft. Am 30. September waren in Bayern landesweit bei 1.005 unversorgten Bewerbern noch 5.689 unbesetzte Ausbildungsplätze bei den Agenturen für Arbeit registriert." Die gute Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt sei der starken Ausbildungsbereitschaft der Wirtschaft zu verdanken. Aber auch die Staatsregierung habe in diesem Jahr wieder über 23 Millionen Euro in die Hand genommen und eine neue Ausbildungsinitiative "Fit for Work - 2008" gestartet. "Wir unterstützen nicht nur die Jugendlichen bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Auch Betriebe werden bei der Schaffung von zusätzlichen Lehrstellen gezielt gefördert", so die Staatssekretärin.

Das Angebot an Bayerischen Berufsschulen konnte zu diesem Schuljahr für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz deutlich erweitert werden. "7.000 Plätze im Berufseinstiegsjahr (BEJ), im kooperativen Berufsvorbereitungsjahr (BVJ/k) und im Berufsintegrationsjahr (BIJ) für Jugendliche mit erhöhtem Sprachförderbedarf fördern diese Jugendlichen gezielt und ermöglichen ihnen bei Bedarf das Nachholen des Hauptschulabschlusses. Für das BEJ und das BVJ/k stellt der Freistaat Bayern 8 Mio. Euro jährlich zur Verfügung und sichert die Kofinanzierung für das BIJ, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert wird", erläuterte Sibler.

Um leistungsschwächere Jugendliche zu unterstützen, die in vielen Fällen nicht nur eine Lehrstelle benötigen, sondern ganzheitliche Hilfe zur Lebensbewältigung, setzt die Staatsregierung nach den Worten der Staatsekretärin neben der Arbeitsmarktpolitik auf die Jugendhilfe. "Hier leisten die Jugendsozialarbeit an Schulen sowie die Angebote der Arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit von jungen Menschen. Derzeit werden 290 Stellen der Jugendsozialarbeit an 400 Haupt-, Berufs- und Förderschulen vom Freistaat gefördert. Mit Hilfe eines Sozialpädagogen an der Schule werden die Jugendlichen auf die Herausforderungen des Berufslebens vorbereitet. In den Projekten der Arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit werden junge Menschen beruflich qualifiziert, holen Rückstände auf und erlernen soziale Umgangsformen", erklärte Huml. Bei der Förderung der Arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit investiere Bayern in den kommenden sieben Jahren rund 80 Millionen Euro aus Landesmitteln sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.


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