Kultusstaatssekretär Eberhardt beim 3. Netzwerktreffen

Am morgigen Mittwoch wird Thüringens Kultusstaatssekretär Kjell Eberhardt (CDU) beim 3. Netzwerktreffen "Ganztägig Lernen" in Erfurt ein Statement zum Thema "Lehrerarbeitszeit im Spannungsfeld zwischen Stundenrechung und Präsenzzeit" halten.

26.09.2006 Thüringen Pressemeldung Thüringer Kultusministerium

Die Tätigkeit eines Lehrers kann nicht wie in vielen anderen Bereichen durch reine Stundenabrechnung gemessen werden. Seine Arbeitszeit setzt sich aus der Präsenzzeit und der Vertrauensarbeitszeit, in der die übrigen Aufgaben zu erfüllen sind, zusammen. Die Präsenzpflicht erstreckt sich auf die Zeit des Unterrichts und der Schulveranstaltungen. Im direkten Zusammenhang mit dem Unterricht stehen viele weitere Aufgaben wie Lehrplananalyse, Korrigieren und Bewerten von Schülerarbeiten, Beratungsgespräche mit Schülern, Vorbereitung mündlicher, schriftlicher und praktischer Prüfungen, Bewertung und Zensierung sowie Projekt- und Praktikabetreuung. Eine klare Abrechenbarkeit erschweren die vielfältigen sonstigen Aufgaben wie beispielsweise Schullaufbahnberatung, Exkursionsorganisation, Elternarbeit, Zusammenarbeit mit anderen an der Erziehung Beteiligten sowie Kontaktherstellung zu Schulen und Hochschulen.

Zeit: Mittwoch, 27. September 2006, 10.00 Uhr
Ort: Erfurt, Puschkin-Grundschule, Kartäuser Straße 50

Kultusstaatssekretär Eberhardt sagte dazu im Vorfeld: "Es ist wichtiger über eine Arbeitszeitgerechtigkeit als über eine Anwesenheitspflicht nachzudenken. Dabei kommt man um Überlegungen zu Jahresarbeitszeit, anrechenbarem Stundenäquivalent und Ferienzeit nicht umhin. Bestehende Probleme können weder durch die Anordnung eines Arbeitsplatzes noch durch den Rückzug auf rein rechnerische Bedarfsgrößen gelöst werden. Deshalb ist es nötig, weit reichende Entscheidungen an die Einzelschule zu verlagern. Die Verwaltungsvorschrift sieht zum Beispiel eine Variabilität um zwei Pflichtstunden vor, um unterschiedliche Belastungen auszugleichen. Ein weiterer Schritt wäre die Übertragung der Regelungen zur Präsenzzeit."

Die deutsche Kinder- und Jugendstiftung bietet mit dem Programm Ideen für mehr! "Ganztägig Lernen" in enger Zusammenarbeit mit Bund und Ländern seit Herbst 2004 ein Unterstützungssystem für alle Schulen an, die ganztägige Bildungsangebote entwickeln, ausbauen und qualitativ verbessern wollen. Mit dem Programm werden Schulen dabei unterstützt, ihre eigenen Entwicklungsaufgaben zu lösen. Weitere Informationen sind im Internet unter www.thueringen.ganztaegig-lernen.de zu finden.


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