Kultusministerkonferenz

Länder wollen Lehrerbildung verbessern

Entscheidungen zur Mobilität und Qualität von Lehrkräften, zum Übergang Schule – Beruf, zur kulturellen Kinder – und Jugendbildung sowie ein Konzept zur Implementation der Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife standen thematisch im Mittelpunkt zweitägiger Plenarberatungen der Kultusministerkonferenz am 10. und 11. Oktober 2013 in Berlin. Die 343. Plenarsitzung fand unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh, statt.

11.10.2013 Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder

"Lebenschancen eröffnen, Qualifizierungspotenziale ausschöpfen – Übergänge gestalten" – Kultusministerkonferenz setzt Impulse für einen gelingenden Übergang von der Schule in den Beruf

Die Jugendarbeitslosenquote in Deutschland hat im europäischen und internationalen Vergleich einen verhältnismäßig niedrigen Stand erreicht. Dennoch bleiben angebotene Stellen für eine betriebliche Ausbildung unbesetzt und es müssen zusätzliche Qualifizierungsmaßnamen im sogenannten Übergangssystem vorgehalten werden. In seiner bestehenden Form hat das Übergangssystem Schule -Beruf eine kaum zu überschauende Vielzahl an Maßnahmen und Angeboten entfaltet, die trotz eines beträchtlichen Ressourceneinsatzes nicht immer zu dem gewünschten Erfolg führen.

Vor diesem Hintergrund hat die Kultusministerkonferenz in Berlin die Empfehlung "Lebenschancen eröffnen, Qualifizierungspotenziale ausschöpfen – Übergänge gestalten" für Schulabgänger mit Schwierigkeiten beim Übergang in die Berufswelt beschlossen. Ziel ist es, allen Jugendlichen koordiniert, passgenau und ohne Verzögerung eine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf anzubieten.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Minister Stephan Dorgerloh, forderte Bund und Sozialpartner zur aktiven Unterstützung auf: "Den Übergang für alle ausbildungswilligen Schulabgänger so zu gestalten, dass sie ohne Brüche und Verzögerungen einen beruflichen Abschluss erlangen, ist eine der großen aktuellen Herausforderungen des Bildungssystems. Für jeden einzelnen Jugendlichen entscheidet sich im Übergang die weitere berufliche Perspektive und damit ein entscheidender Teil der Lebensplanung. Unser Ziel ist, dass jeder Schulabgänger eine Perspektive für ein verlässliches Ausbildungsangebot erhält."

Ziel der Initiative der Kultusministerkonferenz ist es, die Berufsorientierung in der Sekundarstufe 1 noch verbindlicher und praxisnäher zu gestalten. Nachweisbare ausbildungsbezogene Qualifikationen, die von den Jugendlichen im Übergangssystem erworben werden, sollen nach den Vorstellungen der KMK auf eine anschließende Berufsausbildung angerechnet werden.

Länder gewährleisten die berufliche Mobilität von Lehrkräften und verbessern die Qualität der Lehrerausbildung – Deutsch und Mathematik sollen verbindliche Ausbildungsinhalte für angehende Grundschullehrkräfte werden

Die Kultusministerkonferenz hat mit ihrem heutigen Beschluss verbliebene Barrieren in der Lehrermobilität abgebaut. Mit den Lehrereinstellungen für das Schuljahr 2014/2015 gewährleisten die Länder, allen

  • Bewerberinnen und Bewerbern, die ein Lehramtsstudium gemäß den Vorgaben der Kultusministerkonferenz absolviert haben, gleichberechtigten Zugang zum Vorbereitungsdienst für den ihrem Abschluss entsprechenden Lehramtstyp zu ermöglichen. Dies gilt unabhängig vom Land, in dem der Abschluss erworben wurde und über die formale Anerkennung von Abschlüssen hinaus.

  • Absolventinnen und Absolventen eines Vorbereitungsdienstes für ein Lehramt, das den Vereinbarungen der Kultusministerkonferenz entspricht, in allen Ländern gleichermaßen den Berufszugang für den ihrem Abschluss entsprechenden Lehramtstyp zu ermöglichen.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Minister Stephan Dorgerloh, erklärte: "Uns ist wichtig, dass sich gut ausgebildete Bewerberinnen und Bewerber auf Stellen des Lehramts und des Vorbereitungsdienstes im ganzen Bundesgebiet bewerben können. Die im März vorbereitete und jetzt abschließend umgesetzte Entscheidung trägt ganz wesentlich zur Qualitätsentwicklung in den Schulen bei und räumt noch bestehende Mobilitätshindernisse zwischen den Ländern aus."

Darüber hinaus wurden nunmehr für das Lehramt an Grundschulen fachwissenschaftliche und fachdidaktische Studieninhalte aus den Fächern Deutsch und Mathematik sowie einem weiteren Fach oder Lernbereich für die Grundschule bzw. Primarstufe verbindlich festgelegt. Die Kultusministerkonferenz reagiert damit auf die durch Studien und Untersuchungen zur Leistungsfeststellung begründete Forderung, dass die Fächer Deutsch und Mathematik verpflichtende Bestandteile in der Ausbildung von Lehrkräften an Grundschulen sein sollten.

Auf der Internetseite der Kultusministerkonferenz werden künftig die in den Ländern für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst und den Berufszugang angebotenen Fächer und Ausschlüsse von Fächerkombinationen veröffentlicht. Mit dieser neu geschaffenen Transparenz sollen Studienanfänger, Anwärter für den Vorbereitungsdienst und Lehrkräfte über die aktuellen Zugangsvoraussetzungen und -möglichkeiten in den Ländern informiert werden.

Konzeption zur Implementation der Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife

Die Kultusministerkonferenz hat eine umfassende Konzeption zur Implementation der Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife vereinbart, um die im Oktober 2012 verabschiedeten Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife auf einer gemeinsamen Grundlage einzuführen und die länderübergreifende Zusammenarbeit zu verstärken.

Die Kultusministerkonferenz kam überein, die bisherigen Erfahrungen aus der Implementation der Bildungsstandards für den Primarbereich, den Hauptschul- und den Mittleren Schulabschluss für den Implementationsprozess der Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife zu nutzen. "Eine verbindlichere Zusammenarbeit der Länder schafft vielfältige Möglichkeiten, voneinander zu lernen, sich gegenseitig zu unterstützen und größere Vorhaben in gemeinsamer Absprache durchzuführen", betonte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Stephan Dorgerloh.

Kulturelle Erfahrung muss für alle Kinder und Jugendlichen zum Bestandteil ihres Lebens werden – Empfehlungen der Kultusministerkonferenz zur kulturellen Bildung

Kulturelle Bildung ist für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen unverzichtbar. Sie trägt zu ihrer Entwicklung bei und ist die Grundbedingung gesellschaftlicher Teilhabe. "Kinder müssen daher intensiver als bisher an Kultur herangeführt werden", heißt es in einer überarbeiteten Empfehlung der Kultusministerkonferenz zur kulturellen Kinder- und Jugendbildung. In die ursprüngliche Empfehlung aus dem Jahr 2007 sind unter anderem die Ergebnisse des Kulturkamingesprächs 2012, der gemeinsamen Tagung von Kultusministerkonferenz und Stiftung Mercator zur stärkeren Verankerung von kultureller Bildung in der Schule vom Februar 2013, die Ergebnisse des Bildungsberichts 2012 sowie eine Reihe von Erfahrungen aktueller kultureller Bildungsarbeit eingeflossen.

"Kulturelle Bildung ist ein zentrales politisches Anliegen der Kultusministerkonferenz. Die Empfehlungen der KMK greifen zentrale Forderungen und Schlussfolgerungen des im Sommer 2012 vorgestellten Bildungsberichtes auf und setzen sie um", betonte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Stephan Dorgerloh. Bei allen Initiativen werde es künftig noch stärker darum gehen, Kinder und Jugendliche für die Vielfalt der Kultur zu begeistern sowie ihre Kreativität und Experimentierfreude anzuregen.

"Kulturelle Bildung kann einen wesentlichen Beitrag für mehr Chancengerechtigkeit leisten. Schule bietet Kindern und Jugendlichen, die ansonsten keinen oder kaum Zugang zu kulturellen Angeboten haben, die Möglichkeit zur kultureller Erfahrung und Gestaltung. Wir unterstützen daher alle Ansätze für eine verlässliche Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern der kulturellen Bildung", betonte der Präsident.

Mit ihren Empfehlungen wendet sich die KMK an die Verantwortlichen im vorschulischen Bereich und es werden Potenziale für die stärkere Verankerung kultureller Bildung im Schulalltag ausgelotet. Den privaten wie öffentlichen Trägern der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit empfiehlt die KMK, mit den Schulen qualitätsorientierte Vereinbarungen über abgestimmte Bildungsangebote abzuschließen.


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