Landesregierung schafft 2.500 neue Stellen in der nächsten Legislaturperiode

Die Hessische Kultusministerin Karin Wolff hat heute bei einem Pressegespräch die bildungspolitischen Schwerpunkte für die nächste Legislaturperiode vorgestellt. "Wir werden 2.500 neue Stellen für die Schulen in Hessen schaffen. Dabei wird das Augenmerk auf der Qualität des Unterrichts sowie der Qualifizierung und Entlastung von Schulleitungen liegen", kündigte die Kultusministerin an. Nachdem in den letzten beiden Legislaturperioden bereits 4.300 Lehrer- und 2.100 Referendarstellen zusätzlich geschaffen worden sind, belegen die weiteren 2.500 Stellen "ganz klar die Priorität, die die Landesregierung der Bildung zuweist". "Mit diesen neuen Stellen werden wir weiter flächendeckend freiwillige Ganztagsschulen ausbauen, landesweit SchuB-Klassen einführen und die Schulen bei Verwaltungsaufgaben entlasten", erklärte Wolff.

16.01.2008 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Dagegen stehe die Ankündigung der Opposition, neue Stellen nur für die zukünftige Einheitsschule zur Verfügung zu stellen. Dies würde das Ende der hessischen Schulvielfalt bedeuten, warnte die Ministerin. Die Gymnasien, Real-, Haupt- und Förderschulen gebe es dann nicht mehr. "Die Ergebnisse aller Umfragen sind ein klares Votum gegen die Einheitsschule, indem sich zwei Drittel der Eltern gegen die Einführung einer Einheitsschule ausgesprochen haben. Statt der von Eltern gewünschten Schulvielfalt vor Ort wird es bei einem Regierungswechsel Schulstützpunkte für teilweise Tausende von Schülerinnen und Schülern geben. Das gefährdet alle kleineren Schulstandorte. Solche `Lernfabriken` sind weder im Sinne von Kindern noch Eltern. Individuelle Förderung ist damit kaum noch möglich. Die SPD-Einheitsschule bringt den Schulen nichts als Veränderungsstress", betonte Wolff. Jetzt komme es darauf an, die eingeleiteten Reformen ruhig und mit Augenmaß weiterzuführen, und nicht die erreichten Erfolge wieder zu gefährden. Schließlich sei es gelungen, die unter Rot-Grün belächelten hessischen Abschlüsse im Ansehen an die Abschlüsse der anderen Länder wie Bayern oder Baden-Württemberg heranzuführen. Eine wichtige Aufgabe in der nächsten Legislaturperiode sei es, über die stärkere schulische Eigenverantwortung die Schulentwicklung weiter positiv voranzubringen. Dazu würden Personal- und Budgetkompetenzen ab der kommenden Legislaturperiode sukzessive weiter ausgebaut und auf die Schulen verlagert, so die Ministerin.

Bereits jetzt können die Schulen eigenständig Lehrkräfte auswählen, eigene Budgets für Vertretungsunterricht und Fortbildungsaktivitäten verwalten und im Rahmen der Jahresstundentafel den Unterricht flexibel gestalten. "Als nächster Schritt wird jetzt allen Schulen die Möglichkeit geboten, eigene Schulgirokonten einzurichten, die den Schulen eine unkomplizierte und eigenverantwortliche Mittelbewirtschaftung ermöglichen", so Wolff. "Um ihrer Aufgabe gerecht werden zu können, werden die Schulen nicht nur mehr Freiheiten in Personal- und Budgetfragen erhalten, sondern sie müssen auch für ihre neue Rolle bestmöglich qualifiziert werden", so die Kultusministerin. Um Schulleitungen dabei zu unterstützen, werde man zum 01. August 2008 die Schulleitungsakademie eröffnen. "Wenn man will, dass Eigenverantwortung von Schule gelingt, dann muss man Schulleitungen dafür gezielt ausbilden", erklärte die Ministerin. Zu den Inhalten der Aus- und Fortbildung wird unter anderem Personalführung und Kommunikation, Schul- und Personalrecht, Schulentwicklung, Schulorganisation und Schulverwaltung sowie Selbstorganisation und Moderation gehören.


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