Landesschulbeirat dankt Klaus Böger

Der Landesschulbeirat dankt Klaus Böger für die geleistete Arbeit. Wir bedauern sein Ausscheiden aus dem Senat. Er hat die notwendige inhaltliche Erneuerung in der Berliner Schule konsequent vorangebracht. Dies hat nach dem vieljährigen Zögern zuvor natürlich eine Fülle von Konflikten hervorgerufen. Diese Konflikte infolge der notwendigen pädagogischen und organisatorischen Reformen wurden maßgeblich verstärkt durch die mangelhafte Finanzierung im Berliner Senat. Durch das Ausscheiden von Klaus Böger sind diese Konflikte nicht beendet. Sie haben mit seiner Person wenig zu tun, sondern mit dem endlich in Gang gesetzten Veränderungsprozess.

14.11.2006 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Die PISA- Ergebnisse haben uns gezeigt, dass Berlin einen so dringenden Bedarf an Modernisierung und pädagogischen Entwicklungen im Bereich Schule hat, dass es mit vorsichtigen Änderungen und dem folgenden Abwarten auf Ergebnisse nicht getan ist, sondern dass viele Dinge auf einmal angepackt werden müssen. Dass in der Schule nicht mir schnellen Erfolgen gerechnet werden kann, wissen Fachleute. Die Schulen und ihre Pädagogen haben sich auf den Weg gemacht. Dafür haben wir zu danken. Es wäre fatal, wenn die Nachfolgerin (oder doch ein Nachfolger) von Klaus Böger nun das Tempo aus diesem notwendigen Reformprozess herausnehmen, oder Teile davon gar rückgängig machen würde. Dies wird auf Dauer keine stärkere Zustimmung in der Gesellschaft bringen und die Schulen in Berlin werden weiterhin schlechte PISA- Ergebnisse produzieren. Die Berliner Schüler sind nicht dümmer als anderswo, aber sie werden offenbar nicht gut genug unterrichtet.

Dabei geht es vor allem um die innere und äußere Modernisierung von Schule. Die notwendige Qualitätsverbesserung in allen öffentlichen Berliner Schulen stellt sich nicht automatisch durch eine neue Schulart Gemeinschaftsschule ein. Die Ergebnisse der von Klaus Böger eingesetzten Schulinspektion zeigen sehr deutlich, dass in großer Breite vor allem der Unterricht selbst nachhaltig verbessert werden muss. Im Gegensatz zur Aussage in der neuen Koalitionsvereinbarung müssen in allen Bereichen die Fortbildungsmöglichkeiten wirksam verstärkt werden.

Die Reform der Berliner Grundschule ist nicht nur in der Schulanfangsphase noch im Anfangsstadium, der Erfolg des gesamten sechsjährigen Berliner Grundschulmodells ist nicht gesichert. Durch Verschieben und Abwarten werden die Schwierigkeiten nicht kleiner, sondern nur durch engagiertes Handeln des pädagogischen Personals. Die in allen Schularten und Schulen notwendigen personellen Ressourcen verlangen zusätzliche Finanzmittel – trotz Armut des Landes Berlin, auch um seiner Zukunft willen!

Manfred Thunig
Vorsitzender
Landesschulbeirat Berlin


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden