Sekundarlehrer NRW

"Learning by doing" an den Sekundarschulen

Nach der heutigen Pressekonferenz von Schulministerin Sylvia Löhrmann sind hinsichtlich der nun genehmigten 42 neuen Sekundarschulen noch viele Fragen offen.

13.03.2012 Pressemeldung lehrer nrw

So befürchtet lehrer nrw, dass die Zeit für das von der Ministerin angekündigte "maßgeschneiderte Fortbildungspaket" viel zu knapp ist. Nach den Osterferien haben die künftigen Sekundarschullehrer, die zum Großteil von Hauptschulen und Realschulen kommen, knapp drei Monate Zeit, um sich parallel zu ihrer regulären Unterrichtsverpflichtung auf das binnendifferenzierte Lehren in äußerst heterogenen Klassen vorzubereiten. "Das kann bestenfalls ein Schnupperkurs sein", sagt Brigitte Balbach, Vorsitzende von lehrer nrw. "Für die Lehrkräfte läuft es nach den Sommerferien auf ein ´learning by doing´ im Praxisbetrieb hinaus. Ob das im Sinne von Bildungsqualität ist, bezweifeln wir stark."

Die von der Ministerin vorgestellten "Leitlinien für Personalmaßnahmen bei der Auflösung von Schulen" sind wenig aussagekräftig. Sie referieren lediglich, was ohnehin schon Gesetzeslage ist. Nach wie vor fehlen klare, landesweit einheitliche Richtlinien zur Besetzung von Schulleiterstellen und zum Übergang bei Versetzungen. Am Rande bemerkt: Dass das Übergangskonzept ausdrücklich für Hauptschullehrer gilt und mit keinem Wort die Situation von Realschullehrern erwähnt, beweist einmal mehr die Geringschätzung der Ministerin für die Schulform Realschule. Fakt ist: In vielen Fällen bilden Realschulen und Realschullehrkräfte das Rückgrat der angehenden Sekundarschulen.

Grundsätzlich ist es bedauerlich, dass bei den genehmigten 42 Sekundarschulen der kooperative Weg so deutlich unterrepräsentiert ist. "Es droht die Gefahr, dass die neue Sekundarschule lediglich eine Gesamtschule ´light´ ohne Oberstufe wird", so Balbach. "Die vielfach bewiesenen und anerkannten Errungenschaften und Qualitäten von Hauptschulen und Realschulen bleiben auf der Strecke."

Rückmeldungen aus betroffenen Schulen zeigen, dass die Sekundarschule in den Kommunen oft regelrecht durchgepeitscht wurde und wird. Elternbefragungen und eine Einbeziehung der Schulkonferenzen der aufzulösenden Schulen gab es in vielen Fällen nicht. Teilweise haben es Realschulleitungen und Kollegien aus der Presse erfahren, dass ihre Schule in eine Sekundarschule umgewandelt wird.

Ansprechpartner

lehrer nrw

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