Lehrer können wieder mehr Stunden unterrichten
Viele Lehrerinnen und Lehrerin Mecklenburg-Vorpommern können künftig wieder mehr Stunden unterrichten. Die Landesregierung, Gewerkschaften und Lehrerverbände haben heute den Ausstieg aus dem Lehrerpersonalkonzept beschlossen. Die Verhandlungspartner fassten den Beschluss in festlichem Rahmen in der "Historischen Bibliothek" des Schweriner Schlosses.
08.02.2013 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-VorpommernDer Solidarpakt endet für die Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten zum 1. August 2014. Die Rückkehr zur Vollbeschäftigung für die teilzeitbeschäftigten Lehrerinnen und Lehrer an den beruflichen Schulen wird vom 1. August 2017 auf den 1. August 2014 vorgezogen.
"Das Lehrerpersonalkonzept war für alle Beteiligten schwierig. Die Teilzeitregelung bedeutete für Lehrerinnen und Lehrer vor allem Gehaltseinbußen. Umso bemerkenswerter ist die Solidarität. Nur so konnten Arbeitsplätze gesichert werden", sagte Bildungsminister Mathias Brodkorb.
"Dennoch belastet das Lehrerpersonalkonzept auf vielfältige Weise die Situation an den Schulen. SPD und CDU haben sich im Koalitionsausschuss darauf verständigt, künftig jährlich 50 Millionen Euro zusätzlich für Schulpolitik zur Verfügung zu stellen. Dadurch können wir früher als geplant das Lehrerpersonalkonzept beenden", erläuterte Minister Brodkorb weiter.
Finanzministerin Heike Polzin betonte: "Das Lehrerpersonalkonzept war eine einzigartige Solidarleistung von Lehrerschaft und Land. Gemeinsam ist es gelungen, die vielfältigen Herausforderungen, die nicht nur die Demografie betreffen, erfolgreich zu meistern. Damit waren auch erhebliche finanzielle Zugeständnisse verbunden, denn allein für Abfindungen, Vorruhestand und Altersteilzeit hat das Land gut 700 Millionen Euro bereitgestellt."
Zur Reduzierung des Unterrichtsausfalls an beruflichen Schulen ist beabsichtigt, ab dem Schuljahr 2014/2015 bei Bedarf auch externe Vertretungslehrkräfte aus der Wirtschaft einzusetzen. Die Landesregierung sieht hierfür einen Betrag von bis zu 1 Million Euro vor.
Am 8. Dezember 1995 hatten sich die damalige Landesregierung, Gewerkschaften und Lehrerverbände auf das Lehrerpersonalkonzept verständigt. Das Land musste auf den prognostizierten dramatischen Schülerrückgang reagieren. Ziel war, sozialverträgliche Lösungen für Lehrerinnen und Lehrer zu schaffen. Vor Abschluss des Lehrerpersonalkonzeptes waren 22.488 Lehrerinnen und Lehrer an den staatlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen tätig. Im Schuljahr 2012/2013 sind es 11.085 Lehrerinnen und Lehrer.
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