Lehrer und Schüler zugleich: Referendare
(red) Auch wenn sie ihr Studium beendet haben, müssen zukünftige Lehrerinnen und Lehrer noch einmal die Schulbank drücken. Während ihres - je nach Bundesland - 12 bis 24 Monate dauernden Referendariats lernen sie intensiv die Schulpraxis kennen und unterziehen sich weiteren Prüfungen.
29.01.2015 ArtikelDieses Modell der Lehrerausbildung hat in Deutschland Tradition. Zunächst galt es allerdings nur für Gymnasiallehrer. Doch seit Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts müssen alle Lehrer ein Referendariat absolvieren, bei dem sie eigene - meist akribisch vorbereitete - Unterrichtsstunden vorführen. Unterstützt werden sie dabei von den Studienseminaren. Hier bekommen sie die theoretischen Grundlagen für den Schulalltag und für den eigenständigen Unterricht. Am Ende des Referendariats steht dann das zweite Staatsexamen.
Rund 50.000 junge Menschen beschreiten in Deutschland jährlich diesen Weg. "Das Referendariat ist wirklich eine harte Zeit", sagt der Oldenburger Erziehungswissenschaftler Hilbert Meyer. Es lohne sich aber, diese Zeit durchzustehen denn es handele sich "um jene Phase im Lehrerwerdungs-Prozess, in der noch einmal kräftig dazugelernt wird."
Dabei müssen Referendare gleich mehrere Rollen erfüllen: Im Studienseminar sind sie "Schüler". An ihren Schulen stehen sie dann als Lehrkräfte mit voller Verantwortung für ihren eigenen Unterricht auf der anderen Seite. Doch nur teilweise, denn auch hier werden sie bewertet - diesmal von den Ausbildungslehrkräften und Ausbildungsbeauftragten. "In diese Doppelrolle als Lernende und Lehrende müssen sich viele erst einmal hineindenken", so Hilbert Meyer. Dabei helfen den angehenden Lehrern im Idealfall ihre Ausbildungsleiter - aber auch die Kollegien der Ausbildungsschulen und natürlich die anderen Referendare.
Dazu auf der didacta 2015 in Hannover
Mittwoch, 25. Februar 2015
Am 25. Februar ist Referendarstag auf der didacta. An diesem Tage bieten die Schulbuchverlage Veranstaltungen speziell für diese Zielgruppe an. Da geht es unter anderem um "Zeitsparende Unterrichtsvorbereitung", "Schulrecht für Referendare", "Effektive Körpersprache für Referendare" oder "Tipps und Hilfestellungen für den Einstieg ins Referendariat im Fach Politik". Auch in den Foren finden Diskussionsrunden und Vorträge für den Lehrernachwuchs statt:12.30 bis 13.45 Uhr: Lehrkräfte im Mittelpunkt: Was soll Schule leisten?
Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Andreas Gold, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Autor von "Guter Unterricht: Was wir wirklich darüber wissen" / Josef Kraus, Präsident Deutscher Lehrerverband / Marlis Tepe, Vorsitzende der GEW, Forum Bildung – Halle 16, Stand E20
14.00 bis 15.00 Uhr: GHR 300 – Professionalisierung durch Praxisphasen im Lehramtsstudium?
Referentin: Dr. Christine Petermann, Referat 35, Niedersächsisches Kultusministerium, Forum Bildung – Halle 16, Stand E20
15.00 bis 16.30 Uhr: Unterrichtsentwicklung oder Wie ich meine eigene Arbeit professionalisiere
Referent: Prof. em. Dr. Hilbert Meyer, Schulpädagoge an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Forum Unterrichtspraxis – Halle 16, Stand E36
Das komplette Programm des Referendarstags
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