"Lehrermangel als Aufforderung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen verstehen"
Max Schmidt, der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes, hat die bayerische Staatsregierung zur merklichen und raschen Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte an den bayerischen Gymnasien aufgefordert. Schmidt bestätigte die Aussage von Kultusminister Siegfried Schneider in einem heute im FOCUS erschienenen Interview, wonach im Konkurrenzkampf zwischen Schulen und Wirtschaft um Gymnasiallehrkräfte in Mathematik und den Naturwissenschaften die Schulen öfter das Nachsehen haben. "Gerade jungen, aufstiegsorientierten Absolventen genügt die Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz offensichtlich nicht mehr. In Sachen Arbeitsbedingungen, Aufstiegschancen und Bezahlung ist der Staat im Vergleich mit der Wirtschaft inzwischen klar im Nachteil."
05.11.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)Schmidt forderte daher: "Dass die Politik die bestehende Konkurrenzsituation wahrnimmt, ist zwar anerkennenswert. Dabei darf es aber nicht bleiben. Um wieder mehr geeignete junge Leute für den anspruchsvollen Beruf des Gymnasiallehrerlehrers zu gewinnen, bedarf es deutlicher Anstrengungen und einer aktiveren Personalpolitik und Personalpflege. Dazu gehört, die in den letzten Jahren auch durch die Staatsregierung immer weiter nach oben geschraubten Belastungen auf ein verträgliches Maß zu begrenzen. Auch die Aufstiegschancen müssen weiter ausgebaut und bei der Bezahlung muss nachjustiert werden." Als verfehlte Maßnahme bezeichnete Schmidt die von Bayern nach der Föderalismusreform mit dem TV-L verfügte Gehaltsabsenkung für neu angestellte Lehrkräfte: "Die angesichts des Lehrermangels gesuchten qualifizierten Seiteneinsteiger und Berufsrückkehrer wird man mit den gebotenen 1700 Euro netto für eine 60-Stunden-Woche kaum locken, sondern eher abschrecken. Den Worten von der Schlüsselfunktion des Lehrerberufes für unsere Gesellschaft muss die Politik jetzt einmal handfeste Taten folgen lassen", mahnte der bpv-Vorsitzende abschließend.
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