Digitalisierung

Lernen in Wolken

Clouds können die Digitalisierung an Schulen erleichtern. Denn auf die Lerninhalte in den Clouds können die Schüler mit ihren Laptops und Handys zugreifen, so didacta DIGITAL. Von Vivien Marie Malyska und Christoph Meinel

23.08.2018 Bundesweit Artikel didactaDIGITAL - Aktuelles rund ums Lehren & Lernen mit neuen Technologien
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Obwohl sich Smartphones und Tablets kaum mehr aus dem Alltag von Schülern wegdenken lassen, steht der Einsatz digitaler Medien an vielen Schulen noch am Anfang. Die Gründe sind vielfältig: fehlende Ausbildung der Lehrer, schlechte WLAN-Verbindung, mangelnde technische Ausstattung an den Schulen. Nun entwickelt das Hasso-Plattner-Institut eine Schul-Cloud, zusammen mit Schulen des MINT-EC, um zumindest das Infrastruktur-Problem zu lösen.

Entlastung für Lehrer

Die Schul-Cloud ist eine Datenwolke, auf der Lerninhalte hochgeladen und verwaltet werden können. Jederzeit und von überall können Schüler und Lehrkräfte auf die Cloud mit ihren mobilen Geräten zugreifen. Die Forscher des Hasso-Plattner-Instituts wollen damit den Einsatz digitaler Medien im Unterricht vorantreiben und Lehrkräfte von der IT-Administration entlasten: Es ist kein regelmäßiges Software-Update nötig, niemand muss die Server warten. Gefördert wird sie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das Projekt soll Chancen und Lösungsansätze cloudbasierter Dienste und Strukturen im schulischen Kontext evaluieren und diskutieren.

Das Projekt Schul-Cloud startete im Februar 2017 mit 27 Schulen. Die teilnehmenden Schulen gehören zum nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC. Über 15 Monate testen je zwei Klassen pro Pilotschule in unterschiedlichen Schulfächern wie Deutsch und Physik die Cloud. Schüler können im Unterricht über die Cloud auf Arbeitsblätter und Lernmaterialien zugreifen. Das Hasso-Plattner-Institut bezieht die Schulen in die Weiterentwicklung der Cloud mit ein, um sie an den Anforderungen des Schulalltags anzupassen. Ziel ist, dass in der Pilotphase ab Mai 2018 bis zu 300 Schulen des MINT-EC-Netzwerks die Schul-Cloud nutzen.

Die nutzerorientierte Entwicklung der Schul-Cloud soll den Schulen helfen, die Möglichkeiten digital unterstützten Lehrens und Lernens besser auszuschöpfen. In einer Befragung zu dem Projekt wurde das Potenzial von Cloud-Angeboten für Schulen erhoben. Fast 90 Prozent der befragten Lehrkräfte und Schulleitungen sehen in Cloud-Angeboten für Schulen ein hohes bis sehr hohes Potenzial und unterschiedliche Einsatzszenarien, wie zum Beispiel für Recherche, Kommunikation und Kollaboration.

Clouds im Schulalltag

Neben einem Kalender- und Benachrichtigungsdienst ist ein sicherer Speicher zur Dateiablage und -verwaltung mit einem Virenscan in der Cloud integriert. Die SchulCloud kann zur Unterrichtsplanung und -gestaltung genutzt werden. Neben der Erstellung von Unterrichtsthemen mit Texten, Bildern, Videos oder Audiodateien können thematisch verknüpfte Aufgaben für die Schüler einbezogen werden. In der Schul-Cloud ist die Bereitstellung, Bearbeitung und Abgabe von Aufgaben möglich. Zudem ist eine Art Lernstore integriert, um Lehrkräften und Schülern einen umfangreichen und vor allem einfachen Zugang zu Bildungsmaterialien zu gewährleisten. Im Lernstore sind frei verfügbare Materialien und kommerzielle Angebote vorhanden, von Start-ups und etablierten Schulbuchverlagen. Durch digitale Schulbücher werden die Schultaschen leichter.

Dabei hat die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen aller Bundesländer im Projekt Schul-Cloud eine hohe Priorität. Personenbezogene Daten werden ausschließlich im Kernservice, also der Schul-Cloud selbst, verwendet. Müssen Daten an Dritte weitergeleitet werden, beispielsweise um im digitalen Schulbuch den Lernstand des Schülers zu speichern, sind diese pseudonymisiert.

Dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in:
didacta DIGITAL – Aktuelles rund ums Lehren & Lernen mit neuen Technologien, Ausgabe 1/2018, S. 16-17, www.didacta-digital.de


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