Hessen

"Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb"

Das vom Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Projekt "Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb" (SchuB) hat seit 2007 ganz entscheidend dazu beigetragen, dass Schülerinnen und Schüler, deren Hauptschulabschluss stark gefährdet war, doch noch zu einem erfolgreichen Abschluss geführt wurden.

23.04.2014 Pressemeldung Hessisches Kultusministerium

Die Jugendlichen werden hierbei durch einen starken Praxisbezug motiviert, verschiedene Berufsfelder zu erkunden und bereits Kontakte zu Betrieben für eine anschließende Ausbildung zu knüpfen. Verbunden damit ist eine umfangreiche Förderung in der Schule.

Praxisbezug und individuelle Förderung

Kultusminister Alexander Lorz: "Das Projekt SchuB hat gezeigt, dass ein starker Praxisbezug und eine stärkere individuelle Förderung in der Schule verbunden mit einer sozialpädagogischen Begleitung sich sehr motivierend auf Schülerinnen und Schüler auswirken, die zuvor zu den Leistungsschwächsten und häufig auch Schulverweigerern gehörten. Für diese Gruppe wird es weiterhin die bewährten Förderelemente geben."

Naturgemäß sind Europäische Fördermittel des ESF immer an die Finanzperioden der Europäischen Union gebunden und haben daher ein vorprogrammiertes Verfallsdatum. Deshalb wurde den SchuB-Standorten bereits seit mehreren Jahren mitgeteilt, dass SchuB-Klassen zum Schuljahr 2013/2014 letztmalig genehmigt werden können bzw. konnten. Das bedeutet, die derzeitigen 8. SchuB-Klassen werden noch als 9. SchuB-Klassen im kommenden Schuljahr weitergeführt; es können aber keine neuen 8. SchuB-Klassen genehmigt werden.

Um hier Abhilfe zu schaffen, brachte das Hessische Kultusministerium einen Erlass auf den Weg, wonach an den bestehenden SchuB-Standorten Lerngruppen mit erhöhtem Praxisbezug (Klasse 8) eingerichtet werden können, für welche dieselbe Stellenzuweisung und Klassenhöchstgrenze wie bei SchuB-Klassen sichergestellt ist. Die Landesregierung leistet somit einen wichtigen Beitrag für die Förderung der Schülerinnen und Schüler an den teilnehmenden Schulen.

Ein lückenloser Übergang zum neuen Förderzeitraum

Für das Schuljahr 2014/2015 werden ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, um die Förderperiode zu beenden und gleichzeitig einen lückenlosen Übergang zum neuen Förderzeitraum zu ermöglichen.

In der neuen Förderperiode 2014-2020 sollen die ESF-Mittel prinzipiell für die gleiche Klientel eingesetzt werden wie bisher. Das heißt, Jugendliche mit besonderen Leistungs- und Lernschwächen in Hessen werden auch zukünftig im Mittelpunkt der ESF-Förderung stehen. Es wird weiterhin das Ziel verfolgt, abschlussgefährdeten Jugendlichen den Erwerb des Hauptschulabschlusses zu ermöglichen sowie deren Ausbildungsreife zu stärken, damit sie anschließend möglichst direkt in ein Ausbildungs- bzw. Arbeitsverhältnis eintreten können.

Neues Fördermodell

In ein neues Fördermodell, das nach wie vor an den allgemeinbildenden und den beruflichen Schulen wirken soll, werden bewährte Elemente von SchuB, aber auch von EIBE (Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt) Eingang finden und im Rahmen eines Förderprogramms miteinander verbunden werden. Diese Elemente sollen weiterentwickelt und optimiert werden. Das gilt für die sozialpädagogische Begleitung gleichermaßen wie für die Kombination von Unterricht und Praxistagen und das Lernen bzw. Fördern in kleinen Gruppen. Um die Kontinuität der sozialpädagogischen Begleitung der Jugendlichen sicherzustellen, wollen wir die ESF-Mittel vollständig für deren Finanzierung einsetzen. Das neue Förderprogramm wird zum Schuljahresbeginn 2015/2016 starten, um einen nahtlosen Übergang vom alten zum neuen Förderzeitraum zu erreichen. Nach EU-Vorgaben muss das neue Programm wieder landesweit neu ausgeschrieben werden. Die Schulen werden rechtzeitig über die Bedingungen informiert werden. Die Ausschreibung im Amtsblatt ist für das erste Quartal des Jahres 2015 geplant, sodass sich die geeigneten Schulen in Absprache mit der zuständigen Schulaufsicht und dem Schulträger rechtzeitig bewerben können.

Im Schuljahr 2013/2014 haben sich ca. 2000 Schüler in Hessen an 96 Standorten an SchuB beteiligt. Das Programm erfasst Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Jahrgangsstufe. Die EU hat in den vergangenen sechs Jahren 4,2 Millionen Euro beigesteuert, das Land Hessen pro Jahr jeweils 1,75 Millionen Euro kofinanziert.


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