Leuchtturm-Preis der Stiftung Ravensburger Verlag für Tübinger Elterninitiative

Der Tübinger Molekularbiologe und zweifache Vater Dr. André Zimmermann (44) bekommt den in diesem Jahr erst­mals vergebenen und mit 8.000 Euro dotierten "Leuchtturm-Preis der Stiftung Ravens­burger Verlag für vorbildliches Engagement im Sektor familiäre, insti­tutionelle und ehrenamtliche Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen". Zimmer­mann engagiert sich seit acht Jahren erfolgreich dafür, Tübinger Kindern in einer städti­schen Kita, einer staatlichen Grundschule und weiterführenden staatlichen Schu­len eine ununterbrochene bilinguale Bildungsbiografie zu ermögli­chen.

06.10.2011 Pressemeldung Gemeinnützige Stiftung Ravensburger Verlag

Bilinguale Bildungsbiografie von Krippe bis Schulabschluss

Mit dem neuen, jährlich zu vergebenden Leuchtturm-Preis der Stiftung Ravens­burger Verlag sollen Projekte, Personen, Einrichtungen ausgezeichnet werden, die sich – im Sinne des Stiftungs­zwecks – besonders für familiäre oder institutionelle Bildung und Er­zie­hung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt haben. Der Preis wird nicht öffentlich aus­ge­schrieben. Stiftungsvorsitzende Dorothee Hess-Maier erklärte zur Auswahl des Preisträgers 2011:

"Dr. André Zimmermann hat sich unermüdlich mit großer Ausdauer über viele Jahre erfolgreich für die Idee der bilingualen Erziehung und deren Realisierung im Rahmen eines Modellprojekts in nicht-privaten Einrichtungen ehrenamtlich engagiert. Er ver­stand es, das öffentliche Inter­esse an seinen Projekten wach zu halten, er kämpfte für deren Rea­li­sierung und sorgte für die Finanzierung. Für seinen herausragenden Einsatz möchten wir ihn auszeich­nen."

Englisches Sprachbad in Kita, Grundschule, Gymnasium

Zimmermann initiierte als Kopf einer Elterninitiative im städtischen Kinderhaus Französische Allee ein dreijähriges Modellprojekt zur bilingualen Betreuung durch Native-Fachkräfte aus englischen Sprachräumen. Er erreichte auch, dass eine Tübinger Grundschule darauf aufbau­end das Konzept weiter­entwickelte und die Kin­der von der 1. bis 4. Klasse in mehreren Fächern nur auf Englisch unterrichtet werden. Diese enge Verknüpfung von Inhalten, Erleb­tem und Sprache ist ein entscheidendes Element des Tübinger Modellprojekts, welches sich wie ein roter Faden durch das Gesamtkonzept zieht und auch Kindern aus eher bildungsfernen Familien zu Gute kommt.

Viele Eltern wünschen bilingualen Unterricht für ihre Kinder

Das Pilotprojekt dieser kooperierenden Grundschule ist inzwischen fast beendet; die Hügel­schule geht davon aus, nun dauerhaft mindestens 24 Kindern pro Jahrgang englisch­spra­chi­gen Fachunterricht anbieten zu können. Das Interesse von Elternseite ist groß. Mittler­weile beab­­sichtigt das Tübin­ger Carlo-Schmidt-Gymnasium, ab 2012 bilingualen Unterricht abgestimmt auf das Konzept von Kinderhaus und Hügelschule abhalten zu können. Mit einer Realschule laufen Kooperations­gesprä­che. Auch hierfür engagiert sich Zimmermann, um ein aufeinander aufbauendes Konzept mit fließenden Übergängen zwischen den Abschnitten im Sinne der Kinder zu realisieren.

Immersionsmethode international erfolgreich

Das in der Tübinger Kita angewendete bilinguale Verfahren der sogenannten Immersion – auch als "Sprachbad" bezeichnet – besteht darin, mit den Kindern den Alltag ganz selbstver­ständ­lich auch in der Fremdsprache zu gestalten. Frühe Immersion gilt international als erfolg­­reichs­ter An­satz zur frühen Fremdsprachenvermittlung. Das Tübinger Kinderhaus Fran­zö­si­sche Allee praktiziert dementsprechend das "Eine-Person-eine-Sprache-Prinzip: Vier (von 17) Erzieherinnen sprechen ausschließ­lich Englisch, auch untereinander. Sogar in der Krippe des Kinderhauses für 1-3jährige gibt es inzwischen ein von Eltern initiiertes und vom Förderver­ein der Kita finanziertes "Sprachbad".

Zweitsprache Deutsch, Drittsprache Englisch

Selbst Kinder mit Migrationshintergrund, die auf diese Weise dreisprachig aufwachsen, ka­men mit der Mehrsprachigkeit gut zurecht. In ihren sprachlichen Lernfortschritten (Deutsch- und Englischkenntnisse) gab es keine signifi­kanten Unterschiede zwi­schen Kindern aus rein deutschsprachigen Familien und solchen mit Migrationshintergrund. Dies ergab die wissen­schaftliche Begleitung des Kita-Projektes durch die Pädagogische Hochschule Schwäbisch-Gmünd unter Leitung des Sprachwissenschaftlers und Englisch-Didaktikers Prof. Dr. Thors­ten Piske.

Die Preisverleihung findet am 21. November 2011 in Berlin statt.

Informationen über die Tätigkeit der Stiftung Ravensburger Verlag: www.stiftung.ravensburger.de

Ansprechpartner

Gemeinnützige Stiftung Ravensburger Verlag
Postfach 1860
88188 Ravensburg
Web: http://www.stiftung.ravensburger.de

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