LISA – die Antwort auf PISA
In seiner "Berliner Rede" hat Bundespräsident Horst Köhler zur aktuellen Bildungssituation Stellung genommen. Mit seiner Aussage: "Wir wissen: Nicht alles ist messbar. Aber Pisa hat uns genügend Anhaltspunkte dafür gegeben, dass unser Bildungssystem sich nicht auf der Höhe der Zeit befindet.", unterstreicht der Bundespräsident, dass hier großer Handlungsbedarf besteht. Der BVL (Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie) hat durch eigene Untersuchungen dokumentiert, dass über 50% der Kinder mit einer "Legasthenie" (Lese-/Rechtschreibstörung) eine Schulform besuchen müssen, die unter ihrer allgemeinen Begabung liegt. Somit ist die von Horst Köhler geforderte Chancengleichheit in Deutschland noch lange nicht erreicht.
10.10.2006 Pressemeldung"Schuldzuweisungen zwischen Schule, Eltern und Politik führen nicht zu einer höheren Qualität in der Bildung. Gemeinsam müssen Lösungsansätze aufgezeigt werden, die auch möglichst noch bundesweit umgesetzt werden können. Die gesellschaftliche Verantwortung verlangt von uns allen, Kindern das Rüstzeug für einen erfolgreichen Bildungsgang mit auf den Weg zu geben. Auch wenn für Schulen die individuelle Förderung verbindlich im Bildungsauftrag verankert wurde, muss man gemeinsam nach Wegen suchen, die Kinder und Lehrer dort abzuholen, wo sie stehen!", betont Christine Sczygiel, Bundesvorsitzende des BVL.
Mit "LISA" hat der BVL ein Schulprojekt initiiert, mit dem man aufzeigen will, wie tragfähige moderne Bildungs-Netzwerke aussehen können. In Kooperation mit Prof. Schönweiss, Universität Münster, und seinem Lernserver-Team werden praktikable Ansätze für eine individuelle Förderung mit der Unterstützung von Projektschulen umgesetzt. "Eine frühzeitige individuelle Diagnostik mit einer passgenauen Förderung bietet den Schlüssel dazu, Kinder mit Leistungsschwächen rechtzeitig aufzufangen, Lernblockaden zu vermeiden und den Kindern letztendlich schulische und berufliche Perspektiven offen zu halten. Alle Schüler einer Klasse können von diesem Ansatz profitieren - ohne die individuellen Problembereiche außer acht zu lassen.", so Prof. Schönweiss.
Das Ziel des Projektes ist es, gemeinsam mit Schulen und Eltern neue Wege der Förderung auf dem Gebiet der Rechtschreibung mit Unterstützung des Lernservers zu erproben. Im Mittelpunkt steht das Bestreben, flexible, kooperative Förderszenarien umzusetzen und die Lehrkräfte dabei zu unterstützen, die individuelle Förderung der Rechtschreibkompetenz mit der Verantwortung für die gesamte Klasse zu verbinden. Eine besondere Rolle spielt dabei das Einbinden von Eltern, die Fortbildung von Lehrkräften, aber auch die klassen- und schulübergreifende Kooperation der Beteiligten. Die im Rahmen des Modellvorhabens "LISA" entwickelten Konzepte und gewonnenen Erfahrungen sollen allen interessierten Schulen und Eltern als Anregung zur Verfügung gestellt werden.
Über 3.000 Schulen und 10.000 Lehrer arbeiten bereits erfolgreich mit dem Lernserver. "Nur wenn wir alle dazu bereit sind, uns gemeinsam neuen Wegen für individuelle Förderung zu öffnen, wird es gelingen, die Bildungssituation unserer Kinder positiv zu beinflussen.", fordert Schönweiss.
Mehr Informationen zum Modellprojekt erhalten Sie unter www.bvl-legasthenie.de oder www.lernserver.de.
BVL Lernserver - Uni Münster Postfach 1107 Georgskommende 14 | EG 30011 Hannover 48143 Münster info@bvl-legasthenie.de info@lernserver.de www.bvl-legasthenie.de www.lernserver.de
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