Befragung

Jede fünfte Schulleitung will den Job keine zehn Jahre mehr machen

Es ist mittlerweile fester Bestandteil des Deutschen Schulleitungskongresses: Die Veröffentlichung der repräsentativen Befragung von über 1.300 Schulleitungen durch forsa, beauftragt durch den VBE in Kooperation mit FLEET Education Events. Es ist nach 2018 und 2019 sowie den beiden Erhebungen 2020 die fünfte ihrer Art.

26.11.2021 Bundesweit Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)
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„Die Politik ignoriert die Realität an den Schulen und bürdet den Schulleitungen immer mehr Aufgaben auf. Die Konsequenz könnte deutlich härter ausfallen als die Verantwortlichen sich das momentan vorstellen. Schon jetzt herrscht Schulleitungsmangel. Die Umfrage, die wir seit 2018 durchführen, zeigt einen klaren Negativtrend. Die Motivation schwindet, die Ernüchterung gewinnt. Es wäre nicht verwunderlich, wenn dann aus der inneren Kündigung bald Taten werden!“, warnt Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE).

Die Ergebnisse zeigen eine Situation, die sich stetig zuspitzt: Immer mehr Aufgaben, immer weniger Zeit. Alleingelassen von der Politik und nicht ausreichend unterstützt sehen sich Schulleitungen so großen Herausforderungen gegenüber, dass 21 Prozent der unter 55-Jährigen angeben, diesen Beruf in zehn Jahren voraussichtlich nicht mehr auszuüben. Hinzu kommt, dass fast die Hälfte aller Befragten den Beruf „wahrscheinlich nicht“ oder sogar „auf keinen Fall“ weiterempfiehlt. Der Aussage, den Beruf momentan „sehr gerne“ auszuüben, stimmen heute halb so viele Befragte zu wie 2019, nämlich nicht mal jede dritte Schulleitung. Dafür versechsfachte sich in dieser Zeit der Wert derer, die eher bzw. sehr ungern ihrem Job nachgehen: von 4 auf 25 Prozent.

Besonders betroffen ist die neue Schulleitungsgeneration unter 40 Jahren. „Die Politik muss endlich verstehen: Wenn sie nichts ändert, werden wir die Jüngeren direkt zu Beginn ihrer Führungslaufbahn wieder verlieren, also bevor sie richtig begonnen haben“, so Beckmann. Während 39 Prozent aller Befragten antworten, nur „gelegentlich“ mit der eigenen Arbeit zufrieden zu sein, ist es bei den unter 49-Jährigen die Hälfte. Die Arbeitsmotivation der Hälfte aller Befragten veränderte sich während der Coronakrise zum Negativen. Bei den unter 40-Jährigen gaben dies 62 Prozent an. Und nicht zuletzt sind sie so ernüchtert, dass ein Viertel den Job „auf keinen Fall“ weiterempfehlen würde (insgesamt: zehn Prozent der Befragten). „Das ist kein Alarmzeichen mehr. Nein, das Haus brennt bereits lichterloh! Und wenn die Politik nicht bald zum Löschen kommt, bleibt von dieser Schulleitungsgeneration, die voller Elan angetreten ist, Schule weiterzuentwickeln, nichts übrig außer ausgebrannt und desillusioniert zu sein“, kommentiert Beckmann die Befunde.


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