Max Schmidt nach dem heutigen Ministerbericht zur Unterrichtsversorgung: "Ideallösung gegen den Lehrermangel ist nicht in Sicht"
Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes Max Schmidt hat sich zurückhaltend über den heute durch Kultusminister Schneider im Bayerischen Landtag gegebenen Bericht zur Unterrichtsversorgung in Bayern geäußert: "Herr Schneider hat die nackten Zahlen auf den Tisch gelegt und die Bemühungen des Kultusministeriums zur Schließung bestehender Lücken in der Unterrichtsversorgung dargestellt. Er hat damit gleichzeitig unsere Auffassung bestätigt, dass es keine kurzfristige Ideallösung gegen den vor allem an Realschulen, Gymnasien und Fachober- und Berufsoberschulen bestehenden Lehrermangel gibt."
27.09.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)Der Philologenverband unterstütze die Bemühungen des Ministers, unter Beurlaubten und Pensionisten weitere gymnasial qualifizierte Lehrkräfte für den Unterricht zu gewinnen. Die jüngsten Bestrebungen des Kultusministeriums, nun auch über ein eigenes Internet-Portal weiteres qualifiziertes Lehrpersonal zu rekrutieren, bezeichnete Schmidt als richtigen Schritt; doch müssten für qualifizierte Lehrkräfte noch gezielter Anreize geschaffen werden. Dazu gehöre der Abbau finanzieller, bürokratischer und organisatorischer Hemmnisse ebenso wie die von der Opposition ins Spiel gebrachte Sicherung der Kinderbetreuung für Lehrkräfte, die sich in Elternzeit befinden. Den Einsatz von Zeitarbeitsfirmen nach dem hessischen Modell zur Rekrutierung von Lehrkräften lehnt der bpv aber ab.
Grundsätzlicher Wandel der Einstellungspolitik notwendig
Gleichzeitig forderte Schmidt die Staatsregierung dazu auf, aus der derzeit prekären Situation Lehren für die Zukunft zu ziehen: "Der Staat muss das ab 2011 größere Lehrerangebot zu einer grundsätzlichen Änderung seiner bislang kurzsichtigen Einstellungspolitik und zur nachhaltigen Verbesserung der Unterrichtsversorgung nutzen. Den Bedarf an Gymnasiallehrkräften dauerhaft zu sichern wird langfristig aber nur gelingen, wenn sich zudem Arbeitsbedingungen und Vergütung stärker an vergleichbaren Positionen in der freien Wirtschaft orientieren. Sonst verliert unser Beruf noch weiter an Attraktivität für leistungsbereite Studenten."
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