Medienoffensive m.a.u.s. brachte flächendeckende Computerausstattung

Bildungsminister Steffen Reiche zog heute Bilanz für eines der ehrgeizigsten Projekte der laufenden Legislaturperiode im Bildungsbereich - die Medienoffensive m.a.u.s."medien an unsere schulen".

25.05.2004 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

"Mit der Medienoffensive m.a.u.s. hat die Ausstattung und das Lernen mit neuen Medien an brandenburgischen Schulen in den letzten 4 Jahren flächendeckend Einzug auf technisch hohem Niveau gehalten", sagte Bildungsminister Reiche. "Von der letzten Position im Bundesvergleich hat sich das Land auf eine Position im vorderen Mittelfeld gearbeitet und liegt in der Ausstattung mit PC über dem Bundesdurchschnitt. Die Koppelung der Computer-, Software und Technikbeschaffung an die Fortbildung der Lehrkräfte hat das Computerwissen bei Lehrkräften erheblich erweitert. Die große Bereitschaft zur Fortbildung unter den Lehrkräften ist Ausdruck von deren Einsatzbereitschaft und der Notwendigkeit von Computerwissen und Einsatz neuer Medien an den Schulen. Diese tragen mittlerweile zur notwendigen Veränderung des Lernens an Brandenburger Schulen bei."

Die Ausgangslage zum Ende des Jahres 1999 stellte sich folgendermaßen dar: 94 Schüler teilten sich einen modernen PC, nur 37% aller Schulen besaßen überhaupt einen modernen PC, nur 30% aller Schulen verfügten über einen Internetanschluss. 81% aller Lehrkräfte hatten keine Erfahrung mit dem Internet, nur 15% aller Lehrkräfte hatten erweiterte oder professionelle PC-Kenntnisse im Umgang mit neuen Medien. Brandenburg besaß als einziges Bundesland keinen Bildungsserver.

Was wurde in den Jahren 2000-2004 getan? Im Land Brandenburg wurde nicht nur isoliert auf Ausstattung gesetzt, sondern mit der Medienoffensive m.a.u.s. ein straff abgestimmtes Projekt mit den Teilbereichen Ausstattung, Fortbildung, Verankerung in den Rahmenlehrplänen und Bildungsserver entwickelt. Ausstattung 2000-2004

Die Gesamtinvestition 2000-2004 in die IT- und Medienausstattung der Schulen beläuft sich damit auf 41,2 Mio. Euro. Davon trugen die Schulträger (Kommunen und freie Träger) 20,4 Mio. Euro und EU, Bund und Land 20,8 Mio. Euro. Allein von der EU kamen über das EFRE-Programm 9,96 Milllionen Euro. Die Brandenburger Schulträger haben sich bei einem Finanzierungsanteil von knapp 50% stark engagiert. Es wurden 893 von 977 der öffentlichen Schulen gefördert. Dies entspricht einer Förderquote 91%. Unter Berücksichtigung von bereits durch Schulträger allein ausgestatteter Schulen ist durch die Förderung die Herstellung eines flächendeckenden Grundstandards gegeben. Ein Schüler oder eine Schülerin in der Uckermark oder in der Lausitz hat in Bezug auf neue Medien die gleichen Chancen wie seine Mitschülerinnen und Schüler im Berliner Umland. Im Schnitt wurden in einer allgemein bildenden Schule ca. 37.000 Euro investiert. Bei Oberstufenzentren betrug die Investitionssumme im Durchschnitt 230.000 Euro. Pro Schüler wurden in beiden Schulbereichen rund 120 Euro investiert. Die reine Zuwendung betrug rund 60 Euro.

Nicht nur PC wurden beschafft, vor allem wurde die schulische IT-Infrastruktur einschließlich der Elektro- und Datennetze insbesondere an weiterführenden Schulen geschaffen. Diese Grundinvestition überlebt auch die nächste PC-Generation.

Innerhalb eines Landeslizenzprogramms wurde zusätzlich ein Grundstock an Schulsoftware geschaffen, der gleichzeitig die Basis für eine weitgehende Standardisierung der Lehrerfortbildung darstellt. Zu diesem Grundstock gehören Lernsoftware, aber auch Software, die die Arbeitsplätze gegen Beschädigungen absichert und Lehrkräften die tägliche Handhabung von Netzwerken erleichtert. Der Gesamtumfang des Landeslizenzprogramms betrug 1,38 Mio. Euro.

Die Schüler PC-Relation (nur öffentliche Schulen) liegt heute im Vergleich zum Bundesdurchschnitt bei folgenden Werten:

Schulform bzw. Stufe Schüler je PC im Land Brandenburg Schüler, je PC im Bundesdurchschnitt
Grundschule 13,7 (Brandenburg) 17 (Bundesdurchschnitt)
Weiterführende Schulen 13 (Brandenburg) 14 (Bundesdurchschnitt)
Berufliche Schulen 8,2 (Brandenburg) 11 (Bundesdurchschnitt)
Brandenburg erfüllt damit die Zielvorstellungen der EU für 2004 mit 15 Schüler je PC.

Das Ziel, alle Schulen an das Internet anzuschließen, wurde bereits im Oktober 2000 in Zusammenarbeit mit der Potsdamer Niederlassung der Deutschen Telekom AG erreicht. An Schulen des Landes Brandenburg waren am Stichtag 16.12.2003 insgesamt 27.820 PC vorhanden, von denen 86% mit dem Medium Internet verbunden waren. Davon wurden 14.470 PC in der Medienoffensive m.a.u.s. gefördert. Es wurden auch 35 freie Schulträger im Rahmen der Medienoffensive gefördert. Der Förderbetrag pro Schüler im Bereich der privaten Trägerschaft ist exakt gleich zum öffentlichen Bereich.

Fortbildung

Die zweite Säule von m.a.u.s. bildet die Lehrkräftefortbildung. Kern der Lehrkräftefortbildung ist die sogenannte fachdidaktisch orientierte Grundlagenfortbildung, die Lehrkräften das didaktische Handwerkszeug vermittelt, neuen Medien in ihrem konkreten Fach einzusetzen. Der fachdidaktische Teil ist sehr eng mit den neuen Rahmenlehrplänen verbunden. Die Summe der in den Jahren 2000-2003 geleisteten Fortbildungsstunden der Lehrkräfte beträgt insgesamt 0,509 Mio. Teilnehmerfortbildungsstunden. Die Fortbildung findet stets außerhalb der Unterrichtszeit statt. Teile der Fortbildung erfordern einen finanziellen Eigenanteil der Lehrkräfte.

Die Bereitschaft zur Teilnahme an der Fortbildung war eine Voraussetzung für die Ausstattungsförderung einer Schule. Es kann einschließlich der schulinternen Fortbildung davon ausgegangen werden, dass ca. die Hälfte der Lehrkräfte bereits fortgebildet wurden. Für die Fortbildung der Lehrkräfte innerhalb der Medienoffensive m.a.u.s. wurden in den Jahren 2000-2003 insgesamt 2,023 Mio. € verwendet. Mittel für die Fortbildung sollen auch in den nächsten beiden Jahren bereitgestellt werden. Das LISUM Bbg hat bisher ca. 250 Lehrkräfte qualifiziert, die von den staatlichen Schulämtern als regionale Fortbildner eingesetzt werden.

Rahmenlehrpläne, Inhalte

Medienkompetenz ist eine unverzichtbare Schlüsselkompetenz für Kinder und Jugendliche in der heutigen Zeit.

In den neuen Rahmenlehrplänen für die Grundschule wirden wie zuvor in den Plänen der Sekundarstufe I die Arbeit mit neuen Medien als verpflichtender Unterrichtsbestandteil verankert. Neben den technischen Grundfertigkeiten für Schülerinnen und Schüler wird von klein auf bereits Wert darauf gelegt, den sachbezogenen Umgang mit Medien, z.B. Medien verwenden, bewerten und produzieren den Kindern nahe zu bringen.

Gewissermaßen als sofort wirksame und flankierende Maßnahme wurde per Rundschreiben 2001 ein Internet- und Computerschein für Schülerinnen und Schüler des Landes Brandenburg verbindlich sowie der M.a.u.s.-P@ss in der Grundschule offen eingeführt.

Bildungsserver

Der Brandenburgische Bildungsserver dient der Information, Kommunikation und Kooperation in allen Bildungsbereichen. Der Bildungsserver ging am 24.10.2000 unter der Adresse www.bildung-brandenburg.deonline. Wie stabil über 15.000 Seitenaufrufe pro Monat zeigen, wird der Bildungsserver von einem breiten schulischen und außerschulischen Interessentenkreis angenommen. Der Brandenburgische Bildungsserver ist nicht nur im Zusammenhang mit der Medienoffensive m.a.u.s. interessant, sondern liefert darüber hinaus umfangreiche Informationen über aktuelle Unterrichtsthemen, Projekte, Wettbewerbe, Schulpartnerschaften, Fortbildungsangebote usw. Ein Beispiel für die Nutzung der Internetangebote ist die Diskussion der neuen Rahmenlehrpläne der Grundschule. Die weit über 600 Rückmeldungen aus den Schulen innerhalb der sehr kurzen Zeit wurden allein durch die Präsenz der Entwürfe im Internet hervorgerufen.

Zusammenarbeit mit der Wirtschaft

Die Medienoffensive m.a.u.s. mit der Gesamtinvestitionssumme von 41,2 Mio. € stellte gleichzeitig ein großes IT-Wirtschaftsförderungsprogramm für regionale Unternehmen dar. Die Entscheidung, kein zentral gesteuertes Beschaffungsprogramm zu fahren, sondern durch kleinteilige Ausschreibungen der Schulträger, die regionale Wirtschaft einzubinden, führte zu einem deutlichen Lob der IHKs. Ergänzend zur Medienoffensive m.a.u.s. wurden zahlreiche Projekte mit Hilfe von Partnern aus der Wirtschaft realisiert. Die Palette reicht dabei von kleinen lokalen Firmen bis hin zu großen Unternehmen wie der Deutschen Telekom, Intel, Hewlett Packard, Cisco Systems, Microsoft, Sun oder der AOK.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden