Bildungsbiografie

Mehr Engagement aller Eltern

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) begrüßt, dass die Kultusministerin die Qualität von Schule und Unterricht durch Umstrukturierungen verbessern will. Naturgemäß kann sie aber nur an den Stellschrauben drehen, für die die Kultusbehörde zuständig ist.

03.07.2017 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg
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„Nicht außer Acht lassen darf man den enormen Einfluss, den Eltern auf die Bildungsbiografie ihrer Kinder haben“, behauptet der VBE-Sprecher. Wenn Unterricht generell gestört werde, weil etliche Kinder nicht erzogen seien, wenn kontinuierliches Arbeiten nicht möglich sei, weil ständig Unterrichtsmaterialien fehlten, nützten auch neue Institute wenig.

„Natürlich ist bei der Bildung der Staat gefordert, der die Schulpflicht gesetzlich verankert hat. Trotzdem dürfen Eltern nicht aus ihrer Erziehungspflicht entlassen werden, die sogar im Grundgesetz so festgeschrieben ist“, moniert der VBE-Sprecher. Zuallererst sind bei der Bildung und Erziehung der Kinder die Eltern gefordert, dann unterstützen Kindergärten und Schulen diese bei ihrem heute sicher nicht einfachen Erziehungsauftrag. Was in frühester Kindheit aus Nachlässigkeit oder Unwissenheit versäumt worden ist, lässt sich später - wenn überhaupt - nur mit größter Kraftanstrengung und hohem finanziellen Aufwand wieder ausbügeln. Deshalb müsste nach Auffassung des VBE-Sprechers sinnvollerweise auch dort angesetzt werden, wo man am meisten bewirken kann: bereits beim Kleinkind.

In den Schulen sollte wieder mit „Disziplin“ gelernt werden können. Es dürfe nicht sein, dass täglich kostbare Zeit verschwendet werde, weil in vielen Klassenzimmern von den Lehrern grundsätzlich zunächst einmal die für den Unterricht notwendige Arbeitsruhe hergestellt werden müsse, mahnt der VBE-Sprecher eigentlich Selbstverständliches an.

Bereits PISA habe gezeigt, dass das Einfordern von Leistung für den Lernerfolg effektiver sei als der Verzicht darauf, betont der VBE-Sprecher. Ohne Anstrengung, ohne die richtige Mischung aus Motivation und Üben lernten die Schüler zu wenig. Das werde gerade bei den Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen deutlich, die ohne Fleiß und beharrliches, eigenständiges Üben nicht zu bewerkstelligen seien - auch bei Ganztagesschulen zuweilen daheim im Elternhaus.

Die früh einsetzende Erziehung der Kinder durch engagierte Eltern bietet eine solide Basis für den Schulerfolg. Elternhaus und Schule sollten sich bei der Bildung und Erziehung der Kinder als verlässliche Partner sehen und entsprechend achten.


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