Migrantenkinder brauchen Deutschunterricht

Der Bayerische Elternverband fordert mehr Mittel für den Deutschunterricht ausländischer Kinder. Migrantenfamilien würden nach den Plänen des bayerischen Ministerpräsidenten künftig mit Bußgeld und Ausweisung bedroht, wenn sie ihre Kinder nicht Deutsch lernen lassen. Es sei kein Fall bekannt, in dem eine Migrantenfamilie den Deutschunterricht abgelehnt habe. Doch die Lernmöglichkeiten würden eingeschränkt. "Es ist ein Unding, dass die Sprachlernklassen an Schulen wegfallen, weil das Geld für den Deutschunterricht im Kindergarten gebraucht wird", sagte die Landesvorsitzende des Bayerischen Elternverbands Ursula Walther. "Deutschunterricht geht schließlich nicht zum Nulltarif."

10.04.2006 Bayern Pressemeldung Bayerischer Elternverband

So lange die Mittel im Bildungshaushalt immer nur hin und her geschoben würden, dürfe man sich nicht wundern, wenn Migrantenkinder nicht ausreichend Deutsch könnten. Vernünftige Integrationspolitik erfordere zusätzliche Finanzmittel für Deutschunterricht und Lehrkräfte, die es gelernt hätten, Deutsch als Zweitsprache zu unterrichten.Auch die Kürzung des muttersprachlichen Ergänzungsunterrichts sei völlig kontraproduktiv, denn Sicherheit in der Mutterspache fördere erwiesenermaßen die Sicherheit in der Zweitsprache. "Wir müssen aufhören, ausländische Kinder, die noch nicht gut Deutsch sprechen, als defizitär zu betrachten und sie sogar in die Förderschule abzuschieben. Sechsjährige, die neben ihrer Muttersprache eine neue Sprache lernen, können mehr als viele Deutsche, die bis zum Lebensende nur eine einzige Sprache sprechen, weil sie nie aus Deutschland hinausgekommen sind."


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