Schulauftakt

Ministerin Gebauer: Neuerungen bringen mehr Qualität an unsere Schulen

Das neue Schuljahr startet in Nordrhein-Westfalen mit grundlegenden Neuerungen. Die Gymnasien starten ins neue G9, die Neuausrichtung der Inklusion beginnt und die Fördergelder aus dem Digitalpakt Schule in Höhe von einer Milliarde Euro können an die Schulen fließen.

23.08.2019 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen
  • © MSB/ Susanne Klömpges

Schulministerin Yvonne Gebauer erklärte, dass die Veränderungen eine Zäsur seien: „Mit dem neuen Schuljahr beginnt in Nordrhein-Westfalen eine neue Zeit. Wir lenken die Inklusion in geordnete Bahnen, wir geben den Schülerinnen und Schülern an den Gymnasien wieder mehr Zeit bis zum Abitur und mit der raschen Umsetzung des Digitalpakts unterstützen wir die Schulen auf dem Weg in eine digitale Zukunft. Wir schaffen somit weitere wichtige Voraussetzungen für guten Unterricht und beste Bildung an unseren Schulen – heute und morgen.“

Eine Milliarde Euro aus dem Digitalpakt: Anträge können ab September gestellt werden

Zum Start des neuen Schuljahres hat das Schulministerium die Förderrichtlinie zur Umsetzung des Digitalpakts fertiggestellt. Sie wird in Kürze veröffentlicht. Damit stehen jetzt die Rahmenbedingungen fest, nach denen die Mittel an die Schulen verteilt werden. Nordrhein-Westfalen erhält aus dem Digitalpakt insgesamt 1,054 Milliarden Euro. Schulministerin Gebauer betonte: „Der Digitalpakt wird die digitale Infrastruktur und Ausstattung unserer Schulen einen großen Schritt voranbringen. Die Schulen können sich jetzt auf den Weg ins digitale Zeitalter machen, um die neuen Chancen des Wissens und Lernens mit digitalen Medien zu nutzen.“ 

Die Schulträger erhalten ein Förderbudget, das bei der Antragstellung zu berücksichtigen ist. Den Kreisen, kreisfreien Städten, kreisangehörigen Städten und Gemeinden wird das Förderbudget zu 75 Prozent nach der Schülerzahl und zu 25 Prozent nach der Schlüsselzuweisung des Gemeindefinanzierungsgesetzes zugewiesen. Die Landschaftsverbände, die Schulverbände und alle anderen Träger erhalten die Förderbudgets zu 100 Prozent nach Schülerzahl. Die Zuwendung erfolgt in Form einer Projektförderung in Höhe von bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. Der Eigenanteil der Schulträger beträgt 10 Prozent. Förderfähig sind Investitionen in die IT-Grundstruktur einer Schule (Vernetzung, WLAN, interaktive Tafeln, Displays), in digitale Arbeitsgeräte (insbesondere für die technisch-naturwissenschaftliche Bildung), in schulgebundene mobile Endgeräte (insbesondere Laptops, Notebooks, Tablets mit Ausnahme von Smartphones), sofern die Infrastrukturvoraussetzungen vorliegen, sowie in regionale Maßnahmen.
 
Für die Antragsstellung wird ein Online-Verfahren aufgesetzt, um eine möglichst schnelle und unbürokratische Bearbeitung zu gewährleisten. Ab Mitte September werden die Schulträger bei den zuständigen Bezirksregierungen Anträge stellen können. 
 
Weitere Informationen bietet ein Faktenblatt zum Digitalpakt, das unter www.schulministerium.nrw.de abrufbar ist. 
 
G9 startet mit Klassen 5 und 6: Mehr Lernzeit für mehr Qualität beim Lernen mit digitalen Medien und bei der ökonomischen Bildung 

Die Gymnasien in Nordrhein-Westfalen starten im neuen Schuljahr 2019/20 mit den Jahrgangsstufen 5 und 6 in den neuen neunjährigen Bildungsgang. Die ersten G9-Schülerinnen und -Schüler werden 2027 bzw. 2028 ihr Abitur machen. Mit der Umstellung auf G9 wurden die Kernlehrpläne für das Gymnasium modernisiert. Das Lernen mit digitalen Medien ist in allen Fächern als Querschnittsaufgabe verankert. Mit konkreten Beispielen für schulinterne Lehrpläne werden die Schulen bei der Umsetzung der neuen Vorgaben gezielt unterstützt. Außerdem gibt es bereits über 100 genehmigte Lernmittel für G9 – weitere werden folgen. Die neue Stundentafel für das G9 sieht bis zu 188 Wochenstunden vor. Mit einem neuen Schulfach Wirtschaft-Politik wird die ökonomische Bildung gestärkt. Für den zusätzlichen Raumbedarf erhalten die Schulträger bis 2026 einen Belastungsausgleich in Höhe von 518 Millionen Euro.
 
Ministerin Gebauer: „Mit der Umstellung auf G9 beenden wir eine jahrelange quälende Debatte. Wir haben die Rückkehr zu einem neunjährigen Bildungsgang für eine echte Qualitätsentwicklung in den Bereichen Lernen mit digitalen Medien und ökonomische Bildung genutzt.“ Weitere Informationen hier.
 
Neuausrichtung der Inklusion startet an 775 Schulen des Gemeinsamen Lernens: Land investiert rund 1,9 Milliarden Euro für mehr Qualität

Im Schuljahr 2019/20 beginnt auch die Neuausrichtung der Inklusion. Die Inklusion wird zukünftig an Schulen des Gemeinsamen Lernens gebündelt. Erstmals setzt das Land verbindliche Qualitätsstandards. Dazu gehören ein pädagogisches Konzept, pädagogische Kontinuität durch Lehrkräfte für sonderpädagogische Förderung und eine systematische Fortbildung. Zudem müssen auch die räumlichen Voraussetzungen erfüllt sein. 
 
Die Schulen des Gemeinsamen Lernens werden aufwachsend ab Klasse 5 deutlich besser ausgestattet. Für eine Klasse mit 25 Schülerinnen und Schülern, davon drei mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung, erhält eine Schule zusätzlich zum regulären Grundbedarf eine weitere halbe Stelle. Dafür stellt das Land bis zum Jahr 2025 rund 6.000 zusätzliche Stellen bereit. Zusammen mit den sozialpädagogischen Fachkräften in der Schuleingangsphase der Grundschule, die auch als Unterstützung für die Inklusion dienen können, investiert das Land damit insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro zusätzlich.
 
Darüber hinaus erhalten Schulen des Gemeinsamen Lernens im neuen Schuljahr ein zusätzliches Fortbildungsbudget in Höhe von 1.200 Euro. Rund 1,8 Millionen Euro stehen dafür bereit.
 
Ministerin Gebauer: „Die Landesregierung ist entschlossen, bei der Inklusion eine Qualitätssteigerung zu erreichen, die in den Schulen auch ankommt. Mit unserem neuen Personalschlüssel erhalten die Schulen des Gemeinsamen Lernens eine deutlich bessere Personalausstattung.“
 
Insgesamt werden im neuen Schuljahr der Prognose nach etwa 6.800 Schülerinnen und Schüler mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in die Eingangsklassen der 775 weiterführenden Schulen des Gemeinsamen Lernens aufgenommen.
 
Schulministerin Yvonne Gebauer abschließend: „Auf das neue Schuljahr freue ich mich sehr. Es ist uns gelungen, in drei zentralen Bereichen hin zu bester Bildung einen entscheidenden Schritt nach vorne gekommen zu sein. Aus sorgfältiger Planung und Vorbereitung wird im neuen Schuljahr gelebter Schulalltag.“


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