Mit dem Aufbau einer integrierten Lehrerreserve jetzt beginnen
Anlässlich der Übergabe von 140.000 Unterschriften für mehr Lehrer und kleinere Klassen durch eine Bad Tölzer Elterninitiative in der bayerischen Staatskanzlei hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes Max Schmidt den Aufbau einer integrierten Lehrerreserve an Gymnasien und beruflichen Oberschulen gefordert. "Unterrichtsausfälle und Lehrermangel an den Gymnasien wären längst nicht so gravierend, wenn Bayern schon vor Jahren für eine echte Lehrerreserve gesorgt hätte", beklagte der bpv-Vorsitzende. Die langjährige Praxis, Jahr für Jahr nicht mehr als die rechnerisch unbedingt notwendige Zahl an Lehrkräften einzustellen räche sich nun bitter.
08.07.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)Schmidt weiter: "Dass Eltern bei gravierenden Unterrichtsausfällen und proppenvollen Klassen auf die Barrikaden gehen, ist verständlich. Mit der kurzsichtigen Einstellungspolitik der Vergangenheit muss daher ein für allemal Schluss sein. Sie schadet unseren Schülern und dem Bildungsstandort Bayern. Der Freistaat sollte in diesem Punkt von der Wirtschaft lernen und schleunigst mit dem Aufbau einer fünfprozentigen Lehrerreserve an jeder Schule beginnen. Den Anfang können die musischen Fächer machen; hier übersteigt zur Zeit das Lehrerangebot auch jetzt noch den unmittelbaren Bedarf. Das wäre auch ein zusätzliches politisches Signal an die Öffentlichkeit, dass es der Staatsregierung mit der Bekämpfung des Unterrichtsausfalls sehr ernst ist. Die sich dann 2011 mit dem Wegfall des neunjährigen Gymnasiums ergebende Chance, flächendeckend zu einer spürbaren Verbesserung der Lehrerversorgung an Gymnasien und beruflichen Oberstufen zu kommen, muss unbedingt zu einem grundlegenden Paradigmenwechsel hin zu einer vorausschauenden, zeitgemäßen Einstellungspolitik genutzt werden."
Keine Kommentare vorhanden