"Mit Fantasie für die Menschenrechte"

Ein Körper, Stacheldraht, umgekippte Flaschen – das Elend ist überzogen mit einer reinen Schicht Pergamentpapier: "Die Not von Obdachlosen wird in Deutschland tabuisiert", sagt Rebekka, Teilnehmerin am Wettbewerb "Mit Fantasie für die Menschenrechte" von Amnesty International und Stiftung Lesen. In ihrer Skulptur aus Ton und Leinwand setzt sie sich die Zwölftklässlerin aus Bergisch Gladbach mit den Artikeln 1, 23 und 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auseinander: Wie steht es in unserer Gesellschaft mit dem Recht auf Anerkennung der angeborenen Würde? Mit dem Recht auf Arbeit, einen gewissen Lebensstandard, Gesundheit, Nahrung und Kleider? "Dass Menschenrechte tatsächlich gelebt werden können, ist auch bei uns keine Selbstverständlichkeit", bilanziert die junge Künstlerin.

13.06.2008 Pressemeldung Stiftung Lesen

Sandra Reitz, Expertin für Menschenrechtsbildung bei Amnesty International, bestätigt das: "Ein Leben in Menschenwürde und Obdachlosigkeit, das ist nur eine menschenrechtliche Frage von vielen. Menschenrechtsverletzungen in Deutschland und Europa betreffen vor allem aber auch viele Flüchtlinge und Asylsuchende. Und viele Fälle spielen sich auch hinter verschlossenen Türen ab, wie zum Beispiel Gewalt an Frauen im eigenen Haus." Voraussetzung dafür, dass sich hier etwas ändert, ist das Wissen um die Rechte – und der persönliche Einsatz für Menschen, die allein nicht für sich kämpfen können.

Mit journalistischem Ansatz nähert sich Tobias, ebenfalls Schüler der Klassenstufe 12, dem Thema. Mit einigen Mitstreitern wird er in den nächsten Wochen zum Thema Menschenrechte eine Sonderausgabe ihres Schülermagazins "Virus" erarbeiten – kontroverse Diskussionen in der Schule inbegriffen: "Die Gesellschaft in Kuba aus Sicht eines Exilkubaners – und eine Gegeneinschätzung. Das wäre spannend". Als Thema, zu dem sich jeder äußern können sollte, wird es außerdem eine Schulumfrage zu Folter geben. Mit der örtlichen Gruppe von Amnesty International sind die Redakteure in Kontakt. "Bei unseren ersten Gesprächen haben wir schon viele Anregungen bekommen. Ein gemeinsamer Besuch bei einem Asylheim ist geplant", so Tobias. "Wir wollen Flüchtlingen eine Stimme geben und uns auch in Zukunft weiter gesellschaftlich engagieren."

Der Wettbewerb "Mit Fantasie für die Menschenrechte" läuft noch bis zum 30. September. Einsendungen in Form von frei gestalteten persönlichen Beiträgen können Schülerinnen und Schüler an die Stiftung Lesen schicken. Die Hauptgewinner reisen nach Berlin und sind bei einer großen Aktion von Amnesty International dabei.

Weitere Informationen und Downloads unter www.stiftunglesen.de/menschenrechte und www.wissengegenwillkuer.de

Einsendungen an:
Stiftung Lesen
Stichwort: Menschenrechte
Römerwall 40
55131 Mainz

Ansprechpartner

Stiftung Lesen

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