Mit Geheimsprache, Pilzen und Himalajagletschern zum Erfolg
Für den 43. Bundeswettbewerb von Jugend forscht haben sich 17 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Thüringen qualifiziert. Die Landessieger wurden gestern in Jena in Anwesenheit von Prof. Dr. Christian C. Juckenack, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie, ausgezeichnet. Zum Landesentscheid, der von der Jenoptik AG ausgerichtet wurde, waren 65 Teilnehmer mit 30 Projekten angetreten.
14.03.2008 Thüringen Pressemeldung Stiftung Jugend forscht e.V.Mit einer Untersuchung zu den sogenannten Rakelstreifen beim Papierdruck sicherten sich Eirik Otto (15) und Clemens Herpich (16) vom Erasmus-Reinhold-Gymnasium Saalfeld sowie Carolin Otto (20) von der Staatlichen Berufsbildenden Schule Rudolstadt den Landessieg im Fach Arbeitswelt. Die drei Jungforscher präsentierten ein neues Verfahren zur Vermeidung dieser fehlerhaften Kratzspuren. Ebenfalls in diesem Fachgebiet erfolgreich war Christiane Licht (17) vom Heinrich-Hertz-Gymnasium Erfurt. Die Schülerin befasste sich mit dem Thema Kryptographie in der Musik und entwickelte mithilfe von Noten eine eigene Geheimsprache.
Alexandra Mannig (18) vom Carl-Zeiss-Gymnasium Jena siegte in Biologie mit einer Arbeit zum Adhäsions- und Wachstumsverhalten von knochen- und bindegewebsbildenden Zellen auf chemisch behandelten Titanoberflächen. Die Chemie-Sieger Maik Hillbrunner (18), Christian Hofmann (18), Fabian Richter (18) vom Gymnasium Gleichense in Ohrdruf untersuchten die auf biochemischen Vorgängen beruhende Lichtausstrahlung von Pilzen am Beispiel des Herben Zwergknäuelings.
In Geo- und Raumwissenschaften konnten Tim Carlsen (19) von der Universität Jena und Michael Müller (19) von der TU München die Jury überzeugen. Sie untersuchten klimatische Veränderungen im Himalaja während der vergangenen 20 Jahre und zeigten deren Einfluss auf den künftigen Wasserhaushalt und die Gletscherentwicklung in der Region. Simon Leischnig (17) vom Carl-Zeiss-Gymnasium Jena präsentierte eine Arbeit zur Kommunikation im Internet und in IT-Netzwerken mittels der sogenannten RSA-Verschlüsselung digitaler Daten. Damit war er in Mathematik/Informatik erfolgreich.
Christian Udhardt (18), Richard Bardl (18), Richard Jana (18) vom Carl-Zeiss-Gymnasium Jena errangen den ersten Preis in Physik mit einer Arbeit zur mikroskopischen Analyse fließender Flüssigkeiten. Im Fachgebiet Technik siegten Florian Bick (18), Steffen Wittich (18) und Thomas Müller (17) vom Philipp-Melanchthon-Gymnasium in Gerstungen. Die Schüler entwickelten eine orthopädische Prothese zum Einsatz in der Schlaganfalltherapie. Das computergesteuerte Gerät wird allein durch die eingehenden Hirnsignale des Patienten gesteuert, der so seine gelähmten Hände bewegen kann.
Nach den Landeswettbewerben im März und April findet der 43. Bundeswettbewerb vom 22. bis 25. Mai 2008 in Bremerhaven statt. Das Finale wird gemeinsam ausgerichtet von der Stiftung Jugend forscht e. V. und den Unternehmensverbänden im Lande Bremen e. V. als Bundespaten.
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