Nach der Hauptschule jetzt den Kultusminister stärken

Auf einer Klausurtagung des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Ba­den-Württemberg in Glottertal äußerte die Verbandsspitze anlässlich der angekündigten Regierungserklärung von Ministerpräsident Günther Oet­tinger (CDU) zur Bildungsoffensive die Befürchtung, dass wieder einmal ein Schnellschuss als "Befreiungsschlag" einer von allen Seiten angegrif­fenen CDU-Bildungspolitik abgegeben, anstatt ein mit dem Kultusministe­rium sorgfältig erarbeitetes zukunftsweisendes Konzept vorgestellt werde.

05.07.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Der VBE sieht jetzt die Notwendigkeit, dass nach der bisher ergebnislosen "Aufwertung" der Hauptschule und den jüngst gefassten Unterstützungsmaß­nahmen für das achtjährige Gymnasium nunmehr vor allem der Kultusminister gestärkt werden muss, der es zurzeit niemandem so richtig recht machen kann. In der Bildungspolitik werden Pflöcke meist nicht nach pädagogischen, sondern fast ausschließlich nach parteipolitischen Kriterien eingeschlagen, und die brin­gen den Schulen selten Gutes. Der Kultusminister weiß sehr wohl, was den Schulen gut täte. Dies finge mit einer besseren Versorgung mit Lehrerstunden an, ginge über eine verlässliche Krankheitsreserve und über eine deutliche Sen­kung des pädagogisch unverantwortlich hohen Klassenteilers zu einer qualitativ hochwertigen Fortbildungsoffensive für Lehrer und hörte mit finanziell abge­sicherten Stellen für die Schulsozialarbeit noch lange nicht auf. Dafür benötigte das Kultusministerium jedoch grünes Licht vom Landtag und einen Finanzmi­nister, für den die Bildung einen gleichfalls hohen Stellenwert hat.

Zurzeit werden in der Landespolitik eher "Stuttgarter Sommerspiele" aufgeführt, als für Schulen wertvolle Politik gemacht. Oettinger, Mappus und Stächele üben sich im Dreisprung und lassen den eigentlichen Experten für Kultus und Unter­richt erst gar nicht richtig mitspielen. "Es schadet den Schulen", so VBE-Lan­deschef Rudolf Karg, "wenn der Kultusminister aus der Presse erfahren muss, wie sich der Ministerpräsident funktionierende Schulen vorstellt. Und wenn der neue Finanzminister nebenbei seine Fähigkeit zum Sparen beweisen darf, wer­den Eltern, Schüler und Lehrer nicht den großen Wurf, sondern eher hübsch ver­packte heiße Luft serviert bekommen. Aber da würde sich der VBE gerne irren."


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden