Nach der Schülerfirma in die Ausbildung
Was kommt nach der Schule? Jeder Jugendliche träumt von einem Ausbildungsplatz. Lernbehinderte und lernschwache Schulabgänger haben es in der Regel oft schwer, eine der begehrten Lehrstellen zu ergattern. Die Chancen erhöhen sich zwar, wenn sie bereits während ihrer Schulzeit in das Arbeitsleben hineinschnuppern, wie zum Beispiel durch die Arbeit in einer Schülerfirma des Netzwerks Berliner Schülerfirmen. Aber dennoch bleiben viele Jugendliche auf der Strecke – gerade beim Kreis derjenigen mit Lerndefiziten oder schwierigem familiären Hintergrund.
13.11.2006 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung"Wir müssen den Jugendlichen berufliche Anschlussperspektiven bieten", fordern die Schulleitungen der Berliner Schulen mit Förderschwerpunkt "Lernen" einhellig. Am 09. und 10.11.2006 berieten sie auf der Tagung "Zukunft gemeinsam gestalten", wie sie über die bereits an den Schulen stattfindende praktische, berufsorientierte Bildung hinaus ihre Schüler besser in das zukünftige Arbeitsleben begleiten können.
Einen neuen, einmaligen Weg wird der Träger des Netzwerks Berliner Schülerfirmen, ASIG, mit Beginn des Ausbildungsjahres 2007/2008 gehen: Er richtet eine berufliche, schulische Ausbildung für den Beruf "Fachkraft im Gastgewerbe" ein. "Die Schüler in unserem Netzwerk bedürfen einer besonderen Förderung, manches geht bei ihnen vielleicht ein bisschen langsamer. Jedoch zeigen die Ergebnisse der Schülerfirmenarbeit, dass ihnen praktische Tätigkeiten Spaß machen und sie sie äußerst zufrieden stellend bewerkstelligen. Wir stellen uns, z. B. durch das Angebot des theoriereduzierten Ausbildungsberufs auf der Ebene der Fachkraft, mit unserem Ausbildungskonzept speziell auf die Bedürfnisse der Jugendlichen ein", so Arno Schelzke, Vorstand der ASIG. Bewusst wird das gastronomische Berufsfeld gewählt, denn viele Schülerfirmen des Netzwerks sind im Bereich "Catering" aktiv; außerdem sind die Tätigkeiten in diesem Bereich für die Schüler praktikabel.
So werden zumindest die ersten 16 Schüler aus Schülerfirmen sagen können: "Nach meiner Schülerfirmenarbeit mache ich eine Ausbildung!"
Netzwerk Berliner Schülerfirmen
Das Netzwerk Berliner Schülerfirmen ist ein Projekt an 46 Berliner Schulen mit dem Förderschwerpunkt "Lernen". Vor dem Hintergrund der Öffnung der Schulen in Richtung Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der Lernenden sowie in Richtung Arbeitswelt wurde das Projekt 2001 eingeführt. In 231 Schülerfirmen steht das praxisnahe und berufsorientierte Lernen benachteiligter und behinderter Jugendlicher im Fordergrund.
2.404 Schülerinnen und Schüler lernen als Teil ihres Unterrichts durch selbstständiges Arbeiten, ihre Fähigkeiten zu erkennen, zu trainieren und einzusetzen.
Das Ziel ist, die Schülerinnen und Schüler auf das spätere Arbeitsleben besser vorzubereiten, sie besser zu qualifizieren. Neben der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung stehen auch die Stärkung der eigenen Potenziale im Fokus: Die Schülerinnen und Schüler bauen soziale und mentale Kompetenzen aus, erleben in den Schülerfirmen Erfolg, übernehmen Verantwortung.
Der Träger des Projektes Netzwerk Berliner Schülerfirmen ist Arbeit-Schule-Integrations-Gesellschaft e. V., kurz ASIG.
Weitere Informationen: www.nebs.de.
Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne Bildmaterial zur Verfügung: Herr Heldt, 030 4690540
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