Nachhaltige Entwicklung / Schule

Umweltpflege und Naturschutz sind Kindern und Jugendlichen sehr wichtig. Den Beweis dafür tritt der Wettbewerb "Schülerinnen und Schüler für Umwelt und Nachhaltigkeit (SUN)" an, dessen Landessiegerinnen und -sieger Umweltministerin Margit Conrad und Bildungsstaatssekretär Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig heute in Mainz ausgezeichnet haben. "Umweltbewusstsein und Umweltschutz haben in den Schulen nach wie vor einen hohen Stellenwert", freuten sich die Ministerin und der Staatssekretär anlässlich der Preisverleihung in Mainz.

23.06.2004 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Die Idee der Nachhaltigkeit verzahne Umweltvorsorge gleichberechtigt mit sozialer Verantwortung und wirtschaftlicher Entwicklung, so die Umweltministerin. "Diese jungen Menschen entwickeln Kompetenzen und Verantwortung, die ein Schlüssel für die Bewältigung der Herausforderungen ihrer Generation sind," sagte Conrad.

"Die Umwelterziehung hat an rheinland-pfälzischen Schulen, insbesondere in den letzten Jahren, als wesentlicher Teil einer Erziehung zur nach-haltigen zukunftsfähigen Entwicklung im lokalen wie im globalen Maßstab einen zentralen Stellenwert erlangt", unterstrich Hofmann-Göttig. Schülerinnen und Schüler sollten dazu angeleitet werden, als eigenverantwortliche Menschen, die ihre Rechte und ihre Pflichten kennen, zu handeln. Dazu gehöre die Verantwortung für die unmittelbare Umwelt ebenso wie die globale Entwicklung - auch im Hinblick auf kommende Generationen.

Die Verleihung des Preisgeldes von insgesamt 4000 Euro an die vier Wettbewerbssieger sahen Umweltministerin Conrad und Bildungsstaatssekretär Hofmann-Göttig als Ansporn und Anlass zu Nachahmung: "Auszeichnung und Preisverleihung heißt ja, hier wurde besonderes geleistet, hier gab und gibt es hervorragende Ideen und ein vorbildliches Engagement. Damit, dass die Landesregierung dies anerkennt, würdigt und herausstellt, sollen andere Schulen angeregt werden, diesen Beispielen zu folgen."

Ausgezeichnet wurden:

Grundschule Gräfenauschule Ludwigshafen

Die Gräfenauschule liegt mitten im Ludwigshafener Stadtteil Nord. Das Einzugsgebiet der Schule hat einen sehr hohen Anteil an ausländischen Kindern (in einigen Klassen bis 90 Prozent). Seit 1995 versucht die Schule mit dem Betrieb eines Schulgartens - und auch durch das Einbeziehen ausländischer Eltern dabei - die Integration von Ausländerkindern und ihren Familien zu fördern.

Der Schulgarten ist immer wieder Ausgangspunkt für die unterschiedlichsten Projekte, so z.B. das Kartoffelprojekt im Herbst 2002. Hierbei wurde nicht nur gepflanzt, gepflegt, geerntet, gelesen und gedichtet. Zum Abschluss des Projekts wurde ein Kartoffelfest veranstaltet, bei welchem internationale Küche angeboten wurde, umrahmt von Gedichtvorträgen und Liedern. Der Schulgarten trägt somit nicht nur zu mehr Naturverständnis, gesunder Ernährung und Bewegung an der frischen Luft bei, sondern auch zu einem Verständnis für nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen wie auch zu einem respektvollen Umgang miteinander.

Hauptschule im PAMINA-Schulzentrum Herxheim Die Hauptschule im PAMINA-Schulzentrum in Herxheim wird ausgezeichnet für drei Dauerprojekte. Dies sind:

  • Die Arbeitsgemeinschaft der Rollstuhlgruppe, welche sich kontinuierlich bereits seit 25 Jahren um ältere und behinderte Mitbürger kümmert. Diese werden regelmäßig besucht und z.B. von den Schülerinnen und Schülern ausgefahren. So kommen sie in Kontakt mit jungen Menschen und überwinden die Isolation ihres Heims, können ihre Umwelt und ihren Heimatort besser wahrnehmen.
  • Die Arbeitsgemeinschaft Indienhilfe, welche seit nunmehr 13 Jahren existiert. Durch zahlreiche Einzelaktivitäten wie Projektunterricht, Flohmarkt und Schulbasar werden Gelder für Schul- und Entwicklungsprojekte in Indien gesammelt.
  • Der "Energiespartag", der seit vier Jahren einmal im Schuljahr unter Teilnahme aller drei Schularten des Schulzentrums durchgeführt wird. Arbeitsstationen mit eindrucksvollen Versuchsanordnungen und interessanten Experimenten verdeutlichen, wofür wie viel Energie verbraucht wird und wo Einsparungen möglich sind. Die Versuche und Ideen wurden bereits allen Schulen in unserem Lande zugänglich gemacht.

Gauß-Gymnasium Worms

Ausgezeichnet wird das Gauß-Gymnasium in Worms für die Organisation, Führung und kontinuierliche Betreuung des schulischen Umweltladens, der seit nunmehr 15 Jahren besteht. Seit einigen Jahren wird er zusammen mit dem "Eine-Welt-Laden Worms e. V." betrieben. Seither sind auch fair gehandelte Produkte fester Bestandteil des Sortiments.

Über den Verkauf von Schulmaterial und Pausensnacks hinaus bietet er inzwischen viele zusätzliche umweltfreundliche Serviceangebote, wie zum Beispiel einen Tinten-Auffülldienst, Sammeldienst von leeren Toner- und Tintenstrahlpatronen, kostenlose Ausgabe von Pausenbrot-Boxen am Schuljahresanfang für neue Schülerinnen und Schüler sowie Sammelbehälter für Altbatterien.

Der Laden lässt den Umweltgedanken im Schulalltag lebendig werden und konfrontiert viele Schülerinnen und Schüler auf selbstverständliche und zwanglos motivierende Art mit den Themen Umwelt, Nachhaltigkeit, globale Gerechtigkeit und soziales Miteinander. Er verwirklicht daher beispielhaft die drei Säulen der Nachhaltigkeit, indem er ökonomische, ökologische und soziale Aspekte in sich vereint.

Landfrauenverband Rhein-Lahn

Dieser Preis wird gesplittet und für die absolut gleichwertig gute Arbeit in Projekten an der Hauptschule Marksburgschule in Braubach und an der Kaiser-Wilhelm-Hauptschule in Lahnstein vergeben.

"Vom Bauernhof zur Schulküche - Wir machen unser Essen selbst" war das Motto der AG in Lahnstein. Viermal in einem Halbjahr fuhren die Schülerinnen und Schüler auf einen Bauernhof, um verschiedene Ernten, das Melken oder auch das Schlachten kennen zu lernen. In der Schule wurde dann mit den entsprechenden Nahrungsmitteln weitergearbeitet, gekocht, gebacken, gebraten. So erhielten die Schülerinnen und Schüler einen Bezug zu den Lebensmitteln, eine Vorstellung davon, was in welcher Jahreszeit wächst, und was man damit anfangen kann.

Ganz ähnlich arbeitete die Arbeitsgemeinschaft in Braubach unter dem Motto "Rund um die Kartoffel". Hier konzentrierte man sich neben der Schulküche auf den Schulgarten, der sozusagen den Kartoffelacker ersetzte. Auch hier wurde ein anschaulicher Bezug zu Lebensmitteln, den Jahreszeiten und der heimischen Produktion sowie gesunder Ernährung hergestellt.


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