Nachhilfe zum Thema "Gemeinschaftsschule" erforderlich

"Dass die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion in der Debatte über die Pläne für eine Gemeinschaftsschule in Horstmar und Schöppingen einmal mehr die Zusammenlegung zweier Hauptschulen als Alternative anpreist, zeugt entweder von Ignoranz oder von Unwissenheit", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Die FDP erkennt offenbar nicht, dass die beiden Kommunen trotz sinkender Schülerzahlen ein wohnortnahes vollständiges Bildungsangebot vorhalten wollen."

24.05.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Darüber hinaus ist der Vorwurf der FDP-Vertreterin, die Kinder würden unnötig durch die Gegend geschickt, unsinnig. Das pädagogische Konzept sieht vielmehr vor, dass die Jahrgangsstufen 5-7 in einem Schulgebäude und die Jahrgangsstufen 8-10 in einem anderen Gebäude untergebracht sind. So werden sie eben nicht hin und her geschickt.

Die Vertreter der CDU-Fraktion glänzten allerdings in der Debatte auch nicht mit Kenntnisreichtum in Bezug auf das Schulstrukturmodell der Gemeinschaftsschule/Allgemeinen Sekundarschule. Dieses Schulmodell ist eben gerade nicht als so genanntes Massensystem gedacht, wie von den Rednern angedeutet. Eine Gemeinschaftsschule unterscheidet sich von einer Gesamtschule u. a. dadurch, dass sie keine Oberstufe haben und deshalb nicht zwangsläufig eine bestimmte Zahl von Kindern aufnehmen muss. So ist es möglich, Gemeinschaftsschulen als kleine Einheiten einzurichten, die es auch ländlichen Kommunen mit geringer Schülerzahl möglich machen, ein umfassendes wohnortnahes Schulangebot zu erhalten. Auch aus diesem Grund vertritt der VBE dieses Modell.

Eine Gemeinschaftsschule ist übrigens auch keine Einheitsschule. Sie ist eine schulische, organisatorische und pädagogische Einheit mit einer Schulleitung, in der ein Lehrerkollegium für alle Kinder von Klasse 5 bis einschließlich Klasse 10 verantwortlich ist. Sie ist eine Schule der Vielfalt, weil sie unterschiedliche Möglichkeiten der inneren Ausgestaltung kennt, die Schulträger in Abstimmung mit Lehrerkollegien und Eltern wählen können.

"Der VBE hofft trotz all der offensichtlich vorhandenen Unklarheiten, dass die heutige Debatte den Plänen der Münsteraner Kommunen nicht geschadet hat", so Beckmann abschließend.


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