Neue abl-Präsidentin Ursula Lay: "Übertritt nach der Grundschule: Elternwille oder Grundschulgutachten? – Die Antwort ist eindeutig!"
Zu der neuerlich von den Gesamtschulideologen entfachten Diskussion äußert sich die turnusgemäß seit Jahresbeginn amtierende neue abl-Präsidentin Ursula Lay: "Die Diskussionen über das Übertrittsverfahren nach der vierten Jahrgangsstufe in Bayern nehmen kein Ende. Die Gesamtschulbefürworter sehen in der Freigabe des Elternwillens ein gutes Instrument, das differenzierte Schulwesen auszuhebeln zumal ideologisch gefärbte Standpunkte und gesellschaftspolitische Vorstellungen die Beurteilung entscheidend mit beeinflussen."
03.02.2012 Pressemeldung Verband Reale BildungDer Übergang von einer Schulart in die andere habe, so die Präsidentin, hohe Bedeutung für die Entwicklung des Kindes und müsse sorgfältig vorbereitet werden. Darin seien sich Bildungsexperten, Lehrer- und Elternverbände und Politiker einig. Sowohl Eltern (natürliches Recht auf Erziehung) als auch Schule tragen die Verantwortung auf Grund der unterschiedlichen Begabungen der Kinder, den richtigen Bildungsweg zu sichern.
"Die abl distanziert sich ganz deutlich davon, allein die Eltern darüber entscheiden zu lassen, welche weiterführende Schule ihr Kind besuchen soll", so die Präsidentin Ursula Lay.
"Wer dies fordert und behauptet, Bildungschancen würden verhindert, stellt die fachliche Kompetenz, die Beratungskompetenz und Autorität der Grundschullehrkräfte in Frage und verschließt die Augen vor den Ergebnissen der empirischen Forschung. Diese und schulpraktische Erfahrungen belegen, dass die Übertrittsempfehlungen der Lehrkräfte insgesamt weit objektiver sind als die elterlichen Bildungsaspirationen", so Ursula Lay weiter. Lehrkräfte ziehen Leistungen und Noten als Grundlage für die Erteilung einer Empfehlung heran. Spätestens in der 3. Jahrgangsstufe beginnt eine intensive Beratung der Eltern. Das Übertrittszeugnis enthält neben den Noten auch genaue Aussagen zum Lern-, Arbeits-, und Sozialverhalten des Kindes. Beschrieben werden Leistungsbereitschaft, Verantwortungsbereitschaft, Selbstständigkeit, Zuverlässigkeit und Sorgfalt, Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit.
Die Neugestaltung des Übertrittsverfahrens in den letzten Jahren sieht ein weitaus größeres Mitspracherecht der Eltern vor, was endlich offen diskutiert werden muss. Die zahlreichen Rückkehrer aus Realschule und Gymnasium an die Mittelschulen belegen, dass nicht alle Eltern eben immer objektiv die richtige Schulart für ihr Kind wählen. "Wenn Eltern allein frei entscheiden können, nimmt vielleicht der Druck in der Grundschule ab", sagt Ursula Lay, "man muss sich allerdings ernsthaft fragen, wer denn diesen Druck tatsächlich aufbaut. Es sind doch jene, die den Eltern fatalerweise einreden wollen, dass das Kind keine Zukunft mehr hat, wenn es den Übertritt zumindest an die Realschule nicht schafft. Das ist unverantwortliche Panikmache. Wir wollen nicht noch mehr Rückkehrer an die Mittelschule", so die abl-Präsidentin, "diese Jugendlichen sind oft demotiviert, leistungsunwillig und haben die Bereitschaft zum Lernen auf Grund des Scheiterns verloren. Effektives Lernen setzt Neugierde des Lernenden voraus. Motivation, Chance auf Erfolg und ein gesundes Maß an Herausforderung stellen die Grundvoraussetzungen für erfolgreiches Lernen dar.
Die richtige Schulwahl soll Wiederholen, Schulabbrechen und Schulversagen vermeiden. Diese Entscheidung dürfen wir nicht alleine den Eltern überlassen. Die Lehrkräfte in der Grundschule verfügen über eine hohe Diagnosefähigkeit und Beratungskompetenz. Die intensive Beratung der Eltern bei der Schullaufbahn stellt sicher, dass jedem Kind der Bildungsweg offen steht, der seiner Begabung und Bildungsfähigkeit entspricht," schließt Ursula Lay, die als Grund- und Hauptschullehrerin über einen großen Erfahrungsschatz verfügt.
ARBEITSGEMEINSCHAFT BAYERISCHER LEHRERVERBÄNDE
Für den Inhalt verantwortlich:
Ansprechpartner: Ursula Lay, abl-Präsidentin, Landesvorsitzende der KEG, Tel. 0151 46127384
Der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Lehrerverbände (abl) gehören der Bayerische Philologenverband (bpv), der Bayerische Realschullehrerverband (BRLV), die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern (KEG) und der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB) an. Die in der abl zusammengeschlossenen Verbände vertreten die Interessen von rund 60 000 Lehrkräften.
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