Neue Handreichung "Aktiv gegen Schulschwänzen" erschienen
Die neue Handreichung "Aktiv gegen Schulschwänzen" hat zum Ziel, Lehrkräfte, Referendarinnen und Referendare sowie die Jugendsachbearbeiter der Polizei über das Schulschwänzen zu informieren, auf eine frühe Sensibilisierung hinzuwirken und konkrete Handlungstipps zu geben. Alle allgemein bildenden und beruflichen Schulen in Baden-Württemberg, sowie die Jugendsachbearbeiter der Polizeidienststellen und Jugendämter, die Staatlichen Seminare für Didaktik und Lehrerbildung und die Akademie Comburg zur Schulleiterfortbildung haben ein Exemplar erhalten.
10.08.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg"Aktiv gegen Schulschwänzen" befasst sich mit den Interventions- und Präventionsmöglichkeiten der Schule, zeigt auf, welche Handlungsspielräume den Partnern der Schule (Polizei und Jugendhilfe) zur Verfügung stehen und wie Schulen im Einzelfall reagieren können. "Die frühzeitige Kenntnis, die nüchterne Analyse und eine engagierte Pädagogik sollen einen Verstehens- und Ordnungsprozess in Gang setzen, der dazu beiträgt, dass schulischem Versagen und sozialer Desorientierung entgegengewirkt wird", sagte Kultusminister Helmut Rau MdL.
Gespräche mit den betroffenen Schülerinnen und Schülern, mit Eltern und dem Lehrerkollegium aber auch der Austausch mit dem Jugendamt, sowie die schriftliche Dokumentation und Inanspruchnahme der Beratungs- und Unterstützungsangebote der Schulen bilden neben den allgemeinen pädagogischen Maßnahmen eine wichtige Grundlage dafür, den Ursachen für das Schulschwänzen wirksam zu begegnen. Die schulpsychologischen Beratungsstellen können mit den Lehrkräften das gemeinsame Vorgehen abstimmen, "Buddys" oder "Paten" können ähnlich wie die Streitschlichter ihren Mitschülern durch Gespräche helfen.
Darüber hinaus beschreibt die Broschüre die Handlungsspielräume der Partner der Schule. Die Polizei kann beispielsweise sporadische Kontrollen an jugendspezifischen Treffpunkten während der Unterrichtszeit durchführen. Wird eine Schulpflichtverletzung festgestellt, werden Schule und Eltern informiert. In einem nächsten Schritt werden die Eltern zu einem Gespräch in die Schule eingeladen, um die Situation zu besprechen und erforderliche Maßnahmen einzuleiten. Bleibt die Situation ungeklärt, erhält die Schule einen Antreffbericht zur Überprüfung.
Aufgezeigt werden zudem bewährte Ko-operationsformen mit dem Jugendamt: "Es hat sich bewährt, wenn die Schule bereits im Vorfeld eine Kooperationsstruktur mit dem Jugendamt und dem zuständigen Allgemeinen sozialen Dienst aufgebaut hat", so die Ministerin für Arbeit und Soziales Dr. Monika Stolz.
Neben der Darstellung von typischen Verhaltensmustern von Schulschwänzern, zu denen Zuspätkommen, Schulverweigerung und -abbruch, vorgetäuschte Krankheiten und der Missbrauch von Entschuldigungen zählen, werden in "Aktiv gegen Schulschwänzen" auch die Ursachen für dieses Schülerverhalten dargestellt. Diese reichen von der fehlenden Lust auf Schule, über individuelle und soziale Faktoren, Gruppendruck, Schulangst bis hin zur Erwerbstätigkeit von Schülerinnen und Schülern. Leistungsabfall, fehlende Einbindung in den Schulalltag, soziale Ausgrenzung sowie der Missbrauch von Suchtmitteln können die Folgen von Schulabsentismus sein.
Die Handreichung dokumentiert erfolgreiche Beispiele von Projekten und Modellen bei Schulverweigerung. Letztlich runden Musterbriefe, Formulare, rechtliche Grundlagen sowie Gesetzes- und Verordnungstexte Literaturhinweise, Internetlinks und Adressen das Angebot des Taschenbuchs ab.
Die Publikation "Aktiv gegen Schulschwänzen" basiert auf einer gemeinsamen Aktion des Kultusministeriums, des Innenministeriums und des Ministeriums für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg, die im Rahmen des Netzwerkes gegen Gewalt an Schu-len verschiedene Maßnahmen gegen das Schulschwänzen verabschiedet hat.
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