Neues Gesprächsangebot an Eltern machen: Fremdsprachenstreit nicht auf dem Rücken der Kinder

Die Bildungsgewerkschaft GEW appelliert an Ministerpräsident Günther Oettinger und Kultusminister Helmut Rau, den Fremdsprachenstreit an badischen Gymnasien nicht auf dem Rücken der Kinder auszutragen und ein neues Gesprächsangebot an die Eltern zu machen. "Alle wissen, dass Kultusministerin Annette Schavan 2003 die Grundschulfremdsprache und 2004 das achtjährige Gymnasium vorschnell eingeführt hat, um bundesweit Eindruck zu erzielen. Wenn jetzt festgestellt wird, dass es an vielen Ecken und Enden hakt, müssen unter Beteiligung der Eltern und der Lehrkräfte flexible Lösungen gesucht werden, anstatt jeden Dialog abzulehnen", sagte am Freitag (16.02.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

16.02.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Anders als in allen anderen Landesteilen setzte das Kultusministerium vor fünf Jahren für die Rheinschiene als Grundschulfremdsprache Französisch gegen den erklärten Protest der Eltern und Lehrer durch. Wenn es bei Französisch als Pflichtfach in der fünften Klasse der Gymnasien bleibt und Englisch als neues Fach dazu kommt, müssen die Fünftklässler am Rhein zwei moderne Fremdsprachen bewältigen, während in den meisten Gymnasien der anderen Landesteile die zweite Fremdsprache erst in Klasse 6 eingeführt wird.

Gleiche Wahlmöglichkeiten in allen Landesteilen

Die GEW macht sich dafür stark, dass Eltern und Schüler/innen in der Rheinschiene die gleichen Wahlmöglichkeiten wie in den anderen Landesteilen erhalten. "Es muss auch am Rhein möglich sein, zwischen den Varianten Französisch kombiniert mit Englisch oder aber der ebenfalls bewährten Alternative Englisch und Latein eine Entscheidung zu treffen. Die Schüler und Schülerinnen im Rheingebiet lernen nun in der Grundschule vier Jahre lang Französisch, danach sollte man ihnen und ihren Eltern die Entscheidung zutrauen und ermöglichen, über die weitere Sprachenfolge selbst zu entscheiden", sagte Dahlem.

Die Hälfte wählte bisher Englisch, Latein und naturwissenschaftliches Profil

"Die naturwissenschaftlich orientierten Schüler werden durch den Zwang zu Französisch benachteiligt. Denn die früher von fast der Hälfte eines Jahrganges gewählte Kombination von Englisch, Latein und naturwissenschaftlichem Profil existiert nun im Rheingebiet nicht mehr. Damit werden aber die Chancen der Kinder, die keine zwei modernen Fremdsprachen parallel lernen können, sondern eine technische und naturwissenschaftliche Ausbildung anstreben, ohne zwingenden Grund geschmälert", sagte Dahlem.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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