Schleswig-Holstein

Noten geben Orientierung und Klarheit

Die Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL) lehnt die "Überlegungen" der Bildungsministerin Prof. Dr. Waltraud wende ab, die Schulnoten abzuschaffen.

23.08.2012 Pressemeldung Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein

"In den allermeisten Fällen haben Schülerinnen und Schüler und deren Eltern keine Probleme mit Schulnoten – im Gegenteil: sie wollen wissen, wo sie leistungsmäßig stehen", entgegenet IVL-Landesvorsitzende Grete Rhenius auf Wendes Äußerungen in der Dithmarscher Landeszeitung (22. August 2012).

Schulnoten sind das Ergebnis vieler fachlicher Leistungsmessungen, die die Lehrkraft über das Schuljahr durchführt. Sie sind der Orientierungsrahmen, der den individuellen Förderbedarf des Kindes aufzeigt, auch bergen Noten ein hohes Maß an motivierendem Potenzial.

"Das ist – ebenso wie die von der Ministerin geäußerten Kritik am Frontalunterricht – eine Diskussion, die in der Schulrealität als Retro-Debatte wahrgenommen wird. Noten sind kein Problem per se und beim Unterricht kommt es auf die Lehrkraft an – die Methode hat nur dienende Funktion!", so Rhenius weiter. Die IVL hält diesen Rückfall in die Bildungsdiskussionen der 70er und 80er Jahre für überflüssig. Die Spannungsfelder in den Schulen liegen heutzutage z.B. bei den Folgen und Konsequenzen der Inklusion und Integration. Zudem werden Berichtszeugnisse häufig schlichtweg nicht von den Adressaten verstanden. Sie werden zu blumig formulierten Zeugnisattrappen.

"Auch in den Schulen muss es Leistungsbilanzen geben, wenn wir die jungen Menschen realistisch auf die gesellschaftlichen Gegebenheiten vorbereiten wollen. Romantische Vorstellungen vom Schulalltag dürfen nicht in der politischen Forderung nach einer Gefälligkeitspädagogik gipfeln – das wäre das völlig falsche Signal!", stellt Rhenius abschließend klar.


Weiterführende Links

  • Wir fragen Prof. Hüther: "Wozu Zensuren?"

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