Projekt

Unterrichtsmaterialien von Lehrkräften für Lehrkräfte

Ob Video zum Aufbau einer Zelle oder interaktive Grammatikübung: Im Internet gibt es viele Unterrichtsmaterialien, die Lehrkräfte wegen offener Lizenzen verwenden dürften. Aber was aus dem riesigen Angebot ist empfehlenswert? Und wie finden Lehrkräfte diese Materialien?

21.04.2021 Bundesweit Pressemeldung Universität des Saarlandes
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Der Bildungsexperte Armin Weinberger von der Universität des Saarlandes arbeitet mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft an einem Webportal mit Qualitätsinhalten, um die Spreu vom Weizen zu trennen: Mit „Open Teach“ sollen gute Angebote von Lehrkräften für Lehrkräfte leicht zu finden sein. Die EU fördert das Projekt im Rahmen von Erasmus+. 

Im Bruchteil einer Sekunde liefert die Suchmaschine über eine Viertel Million Treffer zur „Pflanzenzelle“. Da gibt es Erklärvideos, interaktive Materialien, Podcasts, Übungen oder auch Tafelbilder. Auch viele Lehrerinnen und Lehrer stellen ihre Materialien ins Netz. Aber was davon dürfen andere Lehrkräfte im Unterricht verwenden? Und was aus der Fülle der Angebote ist pädagogisch sinnvoll? „Die Unsicherheit hält viele Lehrerinnen und Lehrer heute davon ab, digitale Lehr- und Lernmaterialien in ihren Unterricht einzubinden. Auf der einen Seite gibt es urheberrechtliche Fragen, ob und wie sie die Materialien benutzen dürfen. Auf der anderen Seite besteht die noch weit komplexere Frage der Qualität der Inhalte“, sagt Professor Armin Weinberger.

Der Professor für Bildungstechnologie und Wissensmanagement von der Universität des Saarlandes baut gemeinsam mit dem Saarbrücker E-Learning-Anbieter imc AG und weiteren Partnern eine neue Webplattform auf, die es Lehrkräften ermöglichen soll, einfach, schnell und rechtssicher ihre Lehr- und Lernmaterialien auszutauschen, zu teilen, zu bewerten, in Kategorien zu ordnen und zu klassifizieren.

„Wir wollen den Lehrerinnen und Lehrern mit Open Teach eine Plattform zur Verfügung stellen, einen Marktplatz, auf dem sie freie Unterrichtsmaterialien austauschen können. Auf diesem Gebiet hat sich sehr viel getan. Viele Lehrkräfte wollen ihre Materialien heute kostenlos teilen. Solche Open Educational Resources genannten Lehr- und Lernmaterialien, werden mit offenen Lizenzen ins Internet gestellt, damit andere diese ohne oder mit nur geringen Einschränkungen nutzen und bearbeiten können“, erklärt der Bildungstechnologe. „Wir wollen dies gezielt aufgreifen und die passende Infrastruktur für diesen Austausch schaffen“, sagt Weinberger.

Wichtiger Bestandteil der Online-Börse ist eine ausgefeilte Suchfunktion, die es ermöglichen soll, schnell und einfach nach Schlagworten, Klassenstufen oder Fächern geordnete Materialien aufzufinden. Für die Qualität der Inhalte soll nicht zuletzt die „Community“ der Lehrerinnen und Lehrer selbst sorgen: „Sie können die Materialien bewerten und so einer ständigen Erfolgs- und Qualitätskontrolle unterziehen. Die Lehrkräfte können dadurch mit ihrer eigenen Expertise zur Qualität des Angebots beitragen. Sie sind die Fachleute, die beurteilen können, wie Materialien etwa zu Unterrichtsplänen passen“, erläutert Weinberger.

Beteiligt am Projekt, das die EU im Rahmen von Erasmus+ in Höhe von rund 300.000 Euro fördert, sind neben der imc AG das portugiesische Institut NUCLIO - Nucleo Interactivo de Astronomia und die Griechisch-Deutsche Schule (Ellinogermaniki Agogi EA) in Athen.

Professor Armin Weinberger befasst sich seit 1999 mit Werkzeugen digitalen Lernens und digitalen Lernumgebungen. In zahlreichen Projekten erforscht er gemeinsam mit Lehrkräften, wie digitale Technologien das Lernen unterstützen können, und entwickelt auf den individuellen Unterricht zugeschnittene, neuartige Lernumgebungen.


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