Mecklenburg-Vorpommern

Organspende macht Schule

Die landesweite Kampagne der Techniker Krankenkasse (TK) und des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern "Organspende macht Schule" startet heute mit einer besonderen Unterrichtsstunde zu diesem Thema in einer 10. Klasse des Ludwigsluster Goethe-Gymnasiums, an der Henry Tesch, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, und Dr. Volker Möws, Leiter der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, teilnehmen werden.

01.11.2010 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern

"Bevor sich jemand für einen Organspendeausweis entscheidet, ist es erforderlich, sich vorab über das Thema informiert zu haben. Die Situation einer lebensrettenden Organspende kann jeden von uns treffen. Daher ist es wichtig, schon mit jungen Leuten Gedanken und Meinungen darüber auszutauschen! Der Film über Organspende ist daher speziell für den Schulunterricht entwickelt worden", so Minister Henry Tesch, der auch das Schulprojekt der DKMS Deutsche Knochenspenderdatei "Leben spenden macht Schule" als Schirmherr unterstützt.

Dr. Volker Möws zur Notwendigkeit einer solchen Aktion:" Organspende geht uns alle an. Die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst einmal ein Spenderorgan braucht, ist größer, als dass man selbst als Spender in Frage kommt. Man sollte sich also nicht nur fragen, ob man Organspender sein möchte, sondern auch, ob man ein Spenderorgan annehmen würde." Jeden von uns kann es jederzeit treffen: Sei es, dass wir selbst, Angehörige oder Freunde plötzlich schwer erkranken und dringend ein Organ benötigen. "Alle acht Stunden stirbt ein Mensch in Deutschland, weil ein lebensrettendes Spenderorgan fehlt. Es ist deshalb wichtig, dass wir uns frühzeitig mit der Frage einer möglichen Organspende auseinandersetzen", erklärt der TK-Landeschef.

Im Unterricht vorgestellt und diskutiert wird der Film "Organspende macht Schule", den die TK speziell für Jugendliche ab der 9. Klasse entwickelt hat. Denn mit 16 Jahren darf sich jeder Jugendliche selbst für Organspende entscheiden. Bereits mit 14 Jahren kann man sich dagegen aussprechen. Um eine solche Entscheidung treffen zu können, ist es wichtig, informiert zu sein.

Der HipHop-Musiker Bo Flower, der ebenfalls mit den Ludwigsluster Gymnasiasten diskutiert, führt durch den Film. Darin kommen Transplantationsmediziner ebenso zu Wort wie transplantierte Patienten, sowie Schülerinnen und Schüler: Wie wird der Hirntod festgestellt? Verbietet eine Religion Organspenden? Wann kommt eine Lebendspende in Frage? Oder: Wie alt muss ich sein, damit meine Entscheidung anerkannt wird?

An der Unterrichtsstunde beteiligt sich auch Bruno Kollhorst aus Hamburg. Er ist selbst herztransplantiert und hat in dem Film seine ganz persönlichen Erfahrungen mit eingebracht: "Nach der Operation habe ich gleich gemerkt: Da ist was anders. Es war wieder Kraft da. Ein neuer Muskel, der arbeitet und Tango tanzen will", erinnert sich Kollhorst.

Und wie funktioniert die Organspende in Mecklenburg-Vorpommern? Wie erfolgt die Koordination? Fragen dazu beantwortet Stephan Liebert von der Deutschen Stiftung Organtransplantation, Region Nordost.

Lehrerinnen und Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern können die DVD ab sofort kostenfrei bestellen. Als "Bonus" gibt es auf der DVD die Songs von Bo Flower und Sängerin Nele samt Videoclips zum Thema Organspende.

Diese DVD sowie Organspendeausweise können bei der TK-Landesvertretung per E-Mail unter angefordert werden.

Hintergrund:

Aktuell warten mehr als 285 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern auf eine Organspende - im Vorjahr waren es 276. Bundesweit stehen aktuell rund 12.000 Patienten auf der Warteleiste für eine Organspende. Sieben von zehn Betroffenen hoffen dabei auf eine neue Niere. Etwa jeder Fünfte benötigt eine neue Leber.

Für Rückfragen:

Johanna Hermann, Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern, Pressesprecherin, Mail: , Tel.: 0385- 588-7003

Heike Schmedemann, Techniker Krankenkasse, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Mail: Tel.: 0385-7609-250, mobil: 0151-14535040


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