Orientierungsseminare am G8 sind wegweisend

Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, hat die Einführung von Praxis- und Projektseminaren in der Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums als "wegweisend" bezeichnet und ausdrücklich begrüßt.

01.03.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

"Sie stellen einen wichtigen Schritt zur engeren Verzahnung von Studium, Berufsleben und gymnasialer Oberstufe dar. Die geplanten Projektseminare zur Studien- und Berufsvorbereitung können eine echte Hilfe für die Schülerinnen und Schüler sein." Zu häufig verlieren die jungen Menschen wichtige Zeit wegen falscher Studien- und Berufswahlentscheidungen. Es ist allerdings zu befürchten, dass die für beide Seminare vorgesehenen zwei Unterrichtsstunden nicht ausreichen werden. Deshalb forderte der BLLV-Präsident nach einer Erprobungsphase von zwei Jahren eine Evaluation. "Dann muss über eine Ausweitung der Stundenzahl nachgedacht werden."

Auch die Ankündigung von Ministerpräsident Beckstein, Stundenplan und Stoff am achtjährigen Gymnasium zu reduzieren, ist ein Schritt in die richtige Richtung - allerdings ein überfälliger. Wenzel: "Künftig darf der Schwerpunkt des Unterrichts nicht mehr auf der reinen Wissensvermittlung liegen, Kinder und Jugendliche müssen vielmehr die Möglichkeit haben, Kompetenzen zu erwerben, Qualifikationen auszubauen, Bildung zu leben und zu erleben."

Schüler und Lehrer müssen dringend entlastet werden. Der Handlungsdruck ist groß, denn das Gymnasium in seiner jetzigen Form überfordert Kinder in unverantwortlicher Weise. So beläuft sich die Zahl der Wiederholer an Gymnasien allein in Schuljahr 2006/07 auf 12.200, rund 15.300 Schülerinnen und Schüler mussten das Gymnasium ohne Abitur verlassen. Wenzel plädierte erneut für die rasche Einführung von rhythmisierten Ganztagsschulen, um auf individuelle Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler besser eingehen zu können. "Im Mittelpunkt muss die Förderung junger Menschen stehen."


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