Personalanpassung seit Jahren erfolgreich praktiziert

„Es gibt derzeit keine vergleichbaren westdeutschen Bundesländer, um sinnvolle Schlüsse für personelle und finanzpolitische Planungsziele in Sachsen-Anhalt zu ziehen. Hier werden stereotyp die sprichwörtlichen ‚Äpfel mit Birnen verglichen.’ “, gab GEW-Landeschef Thomas Lippmann heute seinem Ärger über die Beratungsresistenz von Politik und Wissenschaft Ausdruck.

18.12.2006 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt

Mit Unverständnis reagierte Lippmann auf die heutigen Pressemitteilungen, in denen vorab über die Ergebnisse eines neuerlich von der Landesregierung in Auftrag gegebenen Gutachtens zur Beurteilung der wirtschaftlichen Situation in Sachsen-Anhalt und die daraus zu ziehenden Konsequenzen für den Sparkurs der Landesregierung berichtet wird.

„Die methodisch falschen und an den Realitäten weit vorbeigehenden Beschreibungen der Personalsituation an Sachsen-Anhalts Schulen werden nicht dadurch besser, dass sie durch immer neue und teure Untersuchungen und Gutachten wiederholt werden.“, bewertete Lippmann die Qualität der Aussagen.

Lippmann forderte Finanzminister Bullerjahn auf, endlich den Kontakt zu den Tarifpartnern zu suchen, die seit mehr als 10 Jahren die auf Grund der demographischen Entwicklung notwendige Personalanpassung im Bildungsbereich bisher konstruktiv und erfolgreich betrieben haben und nicht weiter Geld und Aufmerksamkeit an Außenstehende zu vergeuden, die auch schon in früheren Jahren keinen verwertbaren Beitrag zu einer zukunftsfähigen Politik für unser Land leisten konnten.

Er bekräftigte seine schon am bisherigen Personalentwicklungskonzept der Landesregierung geäußerte Kritik, dass sich für die Beurteilung ein Vergleich mit westdeutschen Bundesländern verbietet. Während die westlichen Bundesländer gerade eine längere Phase ständig steigender Schülerzahlen hinter sich haben, ist in den östlichen Bundesländern der Tiefpunkt der eingebrochenen Schülerzahlen fast erreicht. In solch diametral entgegengesetzten Verläufen entwickeln sich die sogenannten Schüler-Lehrer-Relationen, die letztlich für die Personalbemessung und den Vergleich herangezogen werden, objektiv gegenläufig. Daran kann weder ein Finanzminister, noch ein Gutachten etwas ändern. Die für die Zukunft in den westlichen Bundesländern erwarteten rückläufigen Schülerzahlen werden dazu führen, dass sich der Westen dann auch wieder der Entwicklung im Osten angleicht, ohne dass im Osten dafür weiter zusätzliches Personal abgebaut werden müsste.

Wer nicht zur Kenntnis nehmen wolle, dass es in Sachsen-Anhalt selbstverständlich eine Reihe spezieller Sachverhalte gibt, die die Personalausstattung und die Ausgaben erheblich beeinflussen, dem sei auch durch weitere Gutachten nicht weiterzuhelfen. Neben dem größten Einflussfaktor, den inzwischen mehr als halbierten Schülerzahlen, seien es vor allem solche Dinge wie der flächendeckende Einsatz pädagogischer Mitarbeiterinnen aus den ehemals staatlichen Schulhorten in den Grund- und Ganztagsschulen oder das flächendeckende System von Kindertageseinrichtungen mit einem weitgehend realisierten Rechtsanspruch für alle Kinder bis zum 14. Lebensjahr, die es in westlichen Bundesländern nur ansatzweise oder gar nicht gibt. Wer immer wieder Druck auf Personal- und Ausgabenkürzungen im Bildungsbereich macht, um sich hier an wirtschaftlich vergleichbare westdeutsche Bundesländer angleichen zu können, muss der Bevölkerung auch sagen, dass er diese Angebote und Leistungen des Staates ersatzlos abschaffen will. Es ist inzwischen den Lehrkräften, Eltern und Schülern nicht mehr zuzumuten, sich ständig die Mähr von den angeblich tausenden Lehrkräften anzuhören, die an den Schulen zu viel sein sollen, weil dies dem täglichen Erleben in unseren Schulen in keiner Weise entspricht.

Ansprechpartner

GEW Sachsen-Anhalt

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden