Philologenverband erwartet unter neuem Ministerpräsidenten Beckstein Vollendung begonnener Reformen
Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt hat dem neuen bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Günther Beckstein (CSU) zur Wahl gratuliert: "Die Philologen wünschen Herrn Beckstein viel Erfolg in seinem neuen Amt."
09.10.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)G8-Reform zügig vollenden – Umgehend Versorgung der Schulen mit Büchern sicherstellen
Schmidt appellierte an den neuen Ministerpräsidenten, die großen Reformvorhaben im Bildungsbereich wie etwa die G8-Reform in den kommenden Jahren konsequent zu vollenden. Gleichzeitig warnte er davor, neben den bereits begonnenen und beschlossenen Reformen aktionistisch weitere Großbaustellen im Bildungsbereich aufzureißen. Schmidt erinnerte daran, dass an den meisten Gymnasien immer noch die Mittel für einen funktionierenden mehrtägigen Ganztagsbetrieb fehlen: "Wir brauchen hier vor allem Hilfskräfte für die zusätzlichen Aufsichten, betreute Hausaufgaben und Wahlangebote. Manchenorts lassen auch die Busverbindungen so zu wünschen übrig, dass Eltern ihre Kinder trotz gymnasialer Eignung auf die Realschule schicken, weil die am Ort ist." Der Verband sehe mit Sorge, dass im Haushalt keine Mittel für neue gebundene Ganztagsgymnasien eingestellt seien.
Als erste bildungspolitische Amtshandlung erhofft sich Schmidt eine vernünftige Gestaltung des Beschlusses zur Aufhebung des Büchergeldes: "Am Ende der Verhandlungen zwischen Staatsregierung und Sachaufwandsträgern muss die zuverlässige und kontinuierliche Versorgung der Schulen mit aktuellen Büchern und anderen Lehrmaterialien stehen. Dazu brauchen wir jetzt bald Beschlüsse."
Einstellungskorridor schaffen
Da sich der momentane Lehrermangel nicht schlagartig beheben lässt, regte Schmidt strukturelle Maßnahmen an: "Wir brauchen endlich einen mittelfristig ausgelegten Einstellungskorridor. Er könnte uns künftig davor bewahren, immer wieder mit fragwürdigen Notmaßnahmen arbeiten zu müssen."
Lehrerberuf attraktiver gestalten
Darüber hinaus müsse der Lehrerberuf Schmidt zufolge im Hinblick auf die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung wieder attraktiver und damit konkurrenzfähiger werden: Die dreiprozentige Besoldungserhöhung begrüße der Verband ausdrücklich. Dieser Ausgleich könne jedoch lediglich die Mehrwertsteuererhöhung auffangen. Faktisch habe sich ein Beamtengehalt in den letzten Jahren durch Inflation, Kürzungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie durch unbezahlte Mehrarbeit um rund 30 Prozent verringert. Gleichzeitig verharrten die Klassenstärken auf Rekordniveau. "Hier muss weiter nachgebessert werden", forderte Schmidt.
Insbesondere die angestellten Kollegen haben durch die Tarifreform vom BAT zum neuen TV-L unverhältnismäßig bluten müssen. "Es ist Interessenten schlecht vermittelbar, unter schwierigen Bedingungen für weniger als 1700 Euro netto faktisch bis zu 60 Wochenstunden arbeiten zu müssen. Insbesondere Seiteneinsteiger oder Rückkehrer über 45 mit Staatsexamen lassen sich so nicht mehr gewinnen."
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