PISA 2025: GEW Hessen fordert Bildungsoffensive
Angesichts der desaströsen Ergebnisse der neuen PISA-Studie fordert die GEW Hessen deutlich mehr Ressourcen für den Bildungsbereich.
16.09.2026 Hessen Pressemeldung GEW HessenTrotz der Erhöhung um 300 Millionen Euro ist der aktuelle Etat des Kultusministeriums aus Sicht der Bildungsgewerkschaft nicht dazu geeignet, die Lehr- und Lernbedingungen an den hessischen Schulen zu verbessern.
Nach Einschätzung von Thilo Hartmann, dem Vorsitzenden der GEW Hessen, ist der Landeshaushalt die falsche Antwort auf die schlechte Situation im hessischen Bildungssystem: „Die Ergebnisse in den Bildungstests werden immer schlechter, das gilt nicht nur für die aktuelle PISA-Studie. Besonders bedenklich ist aus unserer Sicht, dass der sozio-ökonomische Hintergrund in kaum einem Land eine größere Rolle für den Bildungserfolg spielt als in Deutschland. Und dieser Zusammenhang gilt in besonderem Maße für Hessen. Der Besuch eines Gymnasiums hängt hier besonders stark vom familiären Hintergrund ab.“
Nach Einschätzung von Hartmann ist eine Bildungsoffensive erforderlich, die das gesamte Schulwesen auf den Prüfstand stellt: „Die zuletzt vorgestellten Maßnahmen im Rahmen des Bildungspakets sind zwar erfreulich, aber kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Finanzielle und personelle Probleme sind jahrelang nicht gelöst worden, ganz im Gegenteil. Die Folgen sehen wir jetzt: es herrscht in fast allen Schulformen Personalmangel, Lehrkräfte sind überlastet, und die Bildungsinfrastruktur an den Schulen ist zum Teil marode.“
Ein wesentliches Problem sei zudem, dass die Gesellschaft immer ungleicher werde, und dass den öffentlichen Haushalten nicht genug Einnahmen zufließen würden: „Die gestiegene Ungleichheit von Einkommen und Vermögen ist angesichts der Bedeutung der sozio-ökonomischen Stellung des Elternhauses für den Bildungserfolg der Kinder eine Katastrophe. Während sich immer größere Einkommen und Vermögen bei den reichsten Haushalten ballen, fehlen der öffentlichen Hand die Mittel, um ein inklusives Bildungssystem zu finanzieren. Um dies zu ändern, müssen die Länder finanziell gestärkt werden: Durch einen Verzicht auf die anstehende Senkung der Körperschaftssteuer, durch eine angemessene Besteuerung von Unternehmenserbschaften und durch die Wiedererhebung der Vermögenssteuer.“
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