Planspiele eignen sich auch für Grundschulen
(pm/idw) Die Lehramtsstudentin Victoria Hofmann hat mit ihrer Zulassungsarbeit den zweiten Platz beim Deutschen Planspielpreis 2015 belegt. Sie hat untersucht, inwieweit sich Planspiele als Unterrichtsmethode der schulischen politischen Bildung eignen und ob sie in der Grundschule eingesetzt werden können.
14.07.2015 Artikel"Bekommt Feldhausen einen Spielplatz?" Mit dieser Frage mussten sich Grundschüler einer vierten Klasse an der Grundschule Heuchelhof in Würzburg im vergangenen Jahr beschäftigen – und zwar in Form eines Planspiels. Verantwortlich dafür war Victoria Hofmann. Die ehemalige Lehramtsstudentin der Universität Würzburg hat sich in ihrer schriftlichen Staatsexamensarbeit für das Fach Sozialkunde mit dem Planspiel als Unterrichtsmethode für die Schule befasst und untersucht, wie diese Methode in der Grundschule eingesetzt werden kann.
Betreut wurde sie dabei von Dr. Frank Schiefer, Akademischer Rat am Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft und Systemlehre der Uni Würzburg und Fachvertreter für Didaktik der Sozialkunde.
Der Planspielpreis 2015
Mit ihrer Arbeit hat Victoria Hofmann den zweiten Platz beim Deutschen Planspielpreis 2015 belegt. Am 18. Juni bekam sie die Auszeichnung im Rahmen des 30. Europäischen Planspielforums in Stuttgart überreicht. Mit diesem Preis zeichnet das Zentrum für Managementsimulation der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart in Kooperation mit dem Planspielfachverband SAGSAGA wissenschaftliche Abschlussarbeiten zum Themenfeld Planspiel aus. Insgesamt sechs Preisträger gab es in diesem Jahr.
Planspiele können in Grundschulen nicht umgesetzt werden! Diese These ist häufig zu hören – und war Ausgangspunkt von Victoria Hofmanns Arbeit. Ob sie tatsächlich zutrifft, hat die Lehramtsstudentin am konkreten Beispiel in einer vierten Klasse untersucht, eingebunden in eine Unterrichtssequenz zum Thema "Gemeinde" und mit dem von ihr selbst entwickelten Planspiel "Bekommt Feldhausen einen Spielplatz?".
Ein überraschendes und erfreuliches Ergebnis
"Das Resultat war überraschend und erfreulich zugleich", wie Professor Stefan Rappenglück, Mitglied der Jury des Planspielpreises, in seiner Laudatio sagte. Victoria Hofmanns Arbeit komme zu einem positiven Fazit und sei als ein Plädoyer für den verstärkten Einsatz der Methode in Grundschulen zu verstehen. Sie zeige auf, dass Planspiele in einer Grundschulklasse mit Erfolg durchgeführt werden können, wenn bestimmte Bedingungen beachtet werden. So hänge der erfolgreiche Einsatz eines Planspiels von der jeweiligen Klasse, deren Lernvoraussetzungen, Vorwissen und Können, der Bereitschaft und Offenheit der Lehrperson, der Vorbereitung und des Planspielthemas sowie von der verfügbaren Zeit ab.
"Frau Hofmann trägt mit ihrer Arbeit zu einer weiteren Legitimation der Planspielmethode in der Schule bei", sagte Rappenglück. Sie arbeite klar die didaktischen Prinzipien der Methode in der Schule heraus und betone hierbei die damit erworbenen bedeutsamen Schlüsselqualifikationen, wie beispielsweise Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft oder Teamfähigkeit. Ebenfalls verweise sie auf den Erwerb von Entscheidungs-, Team-, Kommunikations- und Problemlösefähigkeit.
Und, was wahrscheinlich aus Sicht der Schüler wichtig ist: In Victoria Hofmanns Studie zeigte sich, dass die Schüler sehr viel Freude hatten, eine hohe Motivation bei ihnen vorhanden war, ihnen das Planspiel überwiegend leicht gefallen ist und sie wieder an einem Planspiel teilnehmen würden.
Für Stefan Rappenglück Grund für das Fazit: "Ich hoffe, dass durch diese Arbeit der Mehrwert der Planspielmethode für die politische Bildung in Schulen erkennbar wird und zukünftig noch mehr Planspiele in Grundschulen durchgeführt werden."
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