Platz 4 kein Grund zum Jubeln

"Ständiges Aus-, Um- und Einsortieren führt nicht automatisch zu besserer Bildung", mit diesen Worten kommentierte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, die heute veröffentlichte Bildungsstudie Bildungsmonitor 2007 des Instituts der deutschen Wirtschaft. Bayern nimmt unter allen 16 Bundesländern zwar den vierten Platz ein, liegt aber bei den Verbesserungen im Bildungssystem im Vergleich zum Jahr 2004 nur auf Platz 14.

21.08.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

"Diese geringe Dynamik kann damit zusammenhängen, dass sich bayerische Bildungspolitiker selbstzufrieden mit den erreichten Ergebnissen begnügen. Ziel bayerischer Bildungspolitik muss aber eine bessere Bildung für alle Kinder und Jugendlichen sein, und zwar unabhängig von ihrer Herkunft. Dies ist nur durch eine intensive und individuelle Förderung in der gewohnten Lernumgebung zu erreichen", so Wenzel. Er forderte erneut heterogene Lerngruppen, in denen das einzelne Kind individuell gefördert wird, um bessere Lernerfolge zu erzielen sowie eine bessere Betreuung durch mehr Ganztagsschulen.

Hierfür müssen erheblich mehr finanzielle Mittel als bisher bereit gestellt werden.

Der BLLV-Präsident wiederholte seine Forderung nach einer Erhöhung des Bildungshaushaltes um jährlich 1,5 Mrd. €. "Nur durch den Einsatz von deutlich mehr Geld als bisher, insbesondere im frühen Schul- und Bildungsbereich und für Ganztagsangebote, kann dem individuellen Förderbedarf unserer Schülerinnen und Schüler Rechnung getragen werden", betonte Wenzel. "Unsere Lehrerinnen und Lehrer müssen mehr Möglichkeiten für individuelle Förderdiagnostik bekommen, und von der ständigen Auslesediagnostik befreit werden". Nur so ist auch in Bayern eine Bildungsentwicklung möglich, die junge Menschen in ihrer Persönlichkeit stärkt, Versagensängste abbaut und die nach dem Schulbesuch berufliche Perspektiven bietet.


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