Positive Bilanz des 2. Jahres Schulvisitation

Nach dem zweiten Jahr der Schulvisitation in Brandenburg hat Bildungsminister Holger Rupprecht heute in Potsdam eine positive Bilanz gezogen. In 12 von 16 untersuchten Profilmerkmalen hätten die 118 ausgewählten Schulen überwiegend durchschnittliche bis gute Ergebnisse erzielt, so der Minister, bei vier Profilmerkmalen zeigten sie deutliche Schwächen. "Insgesamt hat sich gezeigt, dass das Instrument der Schulvisitation dazu geeignet ist, Stärken und Schwächen der Schulen genau zu benennen", bilanziert Rupprecht. "Besonders gefreut hat mich, dass sich die große Mehrzahl der Schulen zufrieden mit dem Verfahren und dem Ablauf der Schulvisitation zeigten und dass wir ähnlich gute Ergebnisse wie im Vorjahr verzeichnen konnten."

08.01.2008 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Insgesamt 24 speziell ausgebildete Schulvisitatoren haben im Schuljahr 2006/2007 landesweit 118 öffentliche Schulen besucht, darunter 63 Grundschulen, 23 Oberschulen, 6 Gesamtschulen, 13 Gymnasien, 5 Oberstufenzentren sowie 8 Förderschulen. Sie haben Dokumente und Fragebögen ausgewertet, Interviews mit Lehrern, Schulleitern, Schülern und Eltern geführt sowie Schul- und Unterrichtsbesuche durchgeführt. Im Bericht der externen Experten wird die Schulqualität anhand von 16 Profilmerkmalen beschrieben und es werden Bereiche mit Verbesserungsbedarf benannt. Bewertet wurden die Schulen in den vier Abstufungen 1 (überwiegend schwach), 2 (eher schwach als stark), 3 (eher stark als schwach) und 4 (überwiegend stark).

Besonders gut schnitten die Schulen u.a. bei folgenden Profilmerkmalen ab:

  • Die Schulleitung plant die Maßnahmen zur Unterrichtsorganisation effektiv und transparent für die Beteiligten.
  • Die Schulleitung stärkt die Schulgemeinschaft durch eigenes Vorbild und Führungsverantwortung.
  • Der Unterricht ist zweckmäßig organisiert, die Lehr- und Lernzeit wird intensiv genutzt.
  • Die Schulzufriedenheit der Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte.

Deutliche Schwächen gab es bei folgenden Profilmerkmalen:

  • Die Lehrkräfte unterstützen im Unterricht einen aktiven Lernprozess der Schülerinnen und Schüler.
  • Das unterrichtliche Vorgehen der Lehrerinnen und Lehrer ist Grundlage für einen zielgerichteten Lernprozess.
  • Die Schulleitung unterstützt und sichert den Aufbau eines funktionsfähigen Qualitätsmanagements.
  • Die Lehrkräfte, die zuständigen Gremien und die Schulleitung ergreifen Maßnahmen, um die Qualität des Unterrichts zu sichern und zu verbessern.

Bildungsminister Holger Rupprecht kündigt an, dass man die Ergebnisse dazu nutzen werde, um die Qualität an den Schulen gezielter zu verbessern. "Wir werden die Schulen vor allem dabei unterstützen, die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler zu verstärken." Zudem werde überprüft, ob und welche Fortbildungen für Lehrkräfte angepasst werden müssen und wie man besonders schwache Schulen besser als bislang – etwa mit Handlungsvereinbarungen – unterstützen kann. Besonders positiv bewertet Rupprecht, dass etwa rund 60 Prozent der jetzt untersuchten Schulen den Visitationsbericht in der Schulkonferenz vorgestellt und diskutiert haben. Rund ein Drittel der Schulen will den gesamten Visitationsbericht auch über die Schule hinaus öffentlich machen.

Die Schulvisitation ist 2004 entwickelt worden. Nach einer Pilotphase wurden in den vergangenen beiden Schuljahren insgesamt 218 Schulen unter die Lupe genommen. Die flächendeckende Einführung hat im Schuljahr 2005/06 begonnen. Dafür stehen jährlich rund 1,35 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel ist, alle rund 800 öffentlichen Schulen im Land binnen fünf Jahren einmal zu begutachten.

Schulvisitation ist ein Element der Gesamtstrategie zur Verbesserung der Qualität an Schulen im Land Brandenburg. Dazu gehören u.a. auch

  • die Orientierung an den bundesweit geltenden Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz,
  • bundesweit zentrale Vergleichsarbeiten in den Jahrgangsstufen 3 und 8,
  • landesweit einheitliche Prüfungen am Ende der Jahrgangsstufen 10 und 13,
  • die Teilnahme an nationalen und internationalen Vergleichsstudien wie TIMSS oder PISA ,
  • die Förderung interner Evaluationen der Schulen sowie
  • die Entwicklung von Schulprogrammen.

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