Positives Echo auf Arbeitszeitmodell des Philologen-Verbandes
Der Vorschlag des nordrhein-westfälischen Philologen-Verbandes, größere Arbeitszeitgerechtigkeit für Lehrerinnen und Lehrer zu erreichen, wird ausdrücklich von der CDU-Landtagsfraktion begrüßt.
11.04.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)Vor wenigen Tagen hatte der Philologen-Verband auf einer schulpolitischen Großveranstaltung ein neues Arbeitszeitmodell vorgestellt, das insbesondere die spitzenbelasteten Korrekturfachlehrerinnen und –lehrer entlasten soll. Lehrkräfte mit mehr als 4 Korrekturklassen sollen pro zusätzlicher Korrekturgruppe eine Entlastungsstunde je Woche erhalten.
Der schulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Klaus Kaiser, begrüßt nun ausdrücklich das vorgelegte Arbeitszeitmodell als einen "konstruktiven Beitrag in der Diskussion" und bekräftigt die Einschätzung des Philologen-Verbandes, dass vor allem die arbeitszeitlichen Beanspruchungen für Korrekturfachlehrer in den letzten Jahren deutlich angestiegen sind.
Es ist erfreulich, dass sich die CDU-Fraktion mit dem Modell des Philologen-Verbandes "intensiv beschäftigen und gemeinsam mit dem Schulministerium beraten (wird), welche Möglichkeiten zur Umsetzung bestehen".
"Das ist ein guter Schritt in die richtige Richtung zu mehr Arbeitszeitgerechtigkeit und zur Korrektur der immer weiter gewachsenen arbeitszeitlichen Belastung für korrekturbelastete Lehrerinnen und Lehrer" kommentiert Peter Silbernagel die Reaktion der CDU-Fraktion.
Bereits vor 8 Jahren hatte die Mummert + Partner-Arbeitszeitstudie dokumentiert, dass Lehrerinnen und Lehrer an Gesamtschulen und Gymnasien durchschnittlich den höchsten arbeitszeitlichen Beanspruchungen ausgesetzt sind. Im Vergleich zum übrigen öffentlichen Dienst arbeiten sie ca. 4 – 5 Wochen im Jahr mehr!
Leittragende der permanenten Arbeitszeiterhöhung sind vor allem die Lehrkräfte, die als Korrekturfachlehrerinnen und –lehrer tätig sind. Lernstandserhebungen, Zentrale 10er Prüfung, Erst- und Zweitkorrekturen im Zentralabitur treffen diese Lehrkräfte in ganz besonderer Weise.
In der Regel sind während eines Schuljahres zwischen 1.100 und 1.500 Klassen- und Kursarbeiten zu korrigieren. Kaum ein Wochenende ist "korrekturfrei", große Teile der unterrichtsfreien Zeit sind durch Korrekturen ausgefüllt.
Der Philologen-Verband fordert die Politik auf, die zweimalige Pflichtstundenanhebung zurückzunehmen. Er verlangt, dass die Entlastungstöpfe an den Gymnasien schrittweise aufgefüllt werden, um die Korrekturfachlehrerinnen und –lehrer entlasten zu können. "Wir appellieren an die Fürsorgepflicht des Dienstherrn. Gute Schule macht man nicht mit Lehrkräften, die ständig zur arbeitszeitlichen Selbstausbeutung gedrängt sind!".
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