Qualität ist entscheidend
Der Erfolg der Berliner Schulen hängt in erster Linie von der Qualität des Unterrichts ab, die Schulstruktur spielt dabei eine geringere Rolle. Richtig ist aber auch, dass die nahezu unübersichtliche Berliner Schullandschaft mit ihrer Vielzahl an Schulformen in ihrer jetzigen Form nicht weiter bestehen kann. Daher ist eine Reform der Schulstruktur vom Grundsatz her zu begrüßen.
10.09.2008 Berlin Pressemeldung Landeselternausschuss Berlin (LEA Berlin)Eine Reform der Schulstruktur muss jedoch dringend mit einer tatsächlichen Verbesserung des Unterrichts verbunden werden. Das Vertrauen der Eltern auf optimale Förderung ihres Kindes in einer zusammengelegten Regionalschule, bestehend aus Haupt-, Real- und Gesamtschulen, muss erst erworben werden. Wie die Berliner Erfahrungen mit den verbundenen Haupt- und Realschulen zeigen, wirkt die bloße Zusammenlegung auf Schüler mit Realschul-Empfehlung eher abschreckend. Zu groß ist die Befürchtung, dass die individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler -trotz gegenteiliger Versprechungen– nicht erfolgreich wird.
Eines der entscheidenden und größten Defizite der Berliner Schulen ist die so selten praktizierte innere Differenzierung des Unterrichts nach Leistungsvermögen und die Anleitung zum selbständigen Lernen. Obwohl dieser Mangel von allen Seiten eingeräumt wird, fehlen energische Lösungsansätze des Senators, die kurz- und mittelfristig dieses Defizit beheben.
Die GEW hat Recht, wenn sie eine verbesserte Lehrerausstattung an den einzelnen Schulen fordert. Die notwendige Qualitätsverbesserung des Unterrichts in allen öffentlichen Schulen kommt aber nicht automatisch durch eine bessere Lehrerausstattung.
Hoffnung besteht dennoch. Es gibt sehr gute Lehrkräfte und gute öffentliche Schulen in Berlin. Trotz der Ausstattung und unabhängig von der Schulform. Lehrer, die jeden Schüler fördern und fordern - und vor allem- die sich kümmern. Die Schülerinnen und Schüler dürfen mit ihren Problemen und Schwächen nicht abgeschoben, sondern sie müssen individuell gefördert und wirksam unterstützt werden. ,Insofern ist das Gebot zur Versetzung und individuellen Förderung in den neuen Gemeinschaftsschulen durchaus ein richtiger Lösungsansatz.
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