"Qualitätsoffensive Hauptschule" wird ausgebaut – Fakten belegen die guten Ausbildungschancen von Hauptschülern

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen teilt mit: Düsseldorf, 15. Dezember 2008. Mit einer Weiterentwicklung des Bildungsgangs der Hauptschule baut die Landesregierung die "Qualitätsoffensive Hauptschule" aus.

15.12.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Schwerpunkte sind unter anderem:

  • Gliederung in Doppeljahrgangsstufen (organisatorische Einheit von Jahrgangsstufen 5 und 6; 7 und 8; 9 und 10)
  • Stärkung der Basiskompetenzen in Deutsch und Mathematik
  • Unterstützung der Sprachförderung
  • Einrichtung von Kooperationsklassen zwischen Hauptschulen und Berufskollegs
  • Stärkung der Kenntnisse in den Herkunftssprachen

Ausbau des Ganztags Das Ziel ist es, den Hauptschulen die Unterstützung zu geben, die sie benötigen, um ihre besonderen pädagogischen Herausforderungen zu bewältigen und Schülerinnen und Schüler noch besser individuell zu fördern. Dafür hatte die Landesregierung am 15. Januar 2008 die Qualitätsoffensive Hauptschule auf den Weg gebracht. "Schülerinnen und Schüler, die im besonderen Maße von sozialer Benachteiligung bedroht sind, erfahren jetzt die Unterstützung, die sie zur Entfaltung ihrer Stärken benötigen", erklärte Schulministerin Barbara Sommer.

"Wir haben zur Unterstützung der Hauptschulen bereits einiges beschlossen – zum Beispiel den Ausbau des Ganztags – gleichzeitig aber auch weitere Schritte in Aussicht gestellt. Dazu habe ich in den vergangenen Monaten viele Gespräche mit Fachleuten aus Schule, Schulaufsicht und Gesellschaft geführt. Jetzt können wir den Schulen ein Konzept präsentieren, das auch den Bildungsgang Hauptschule weiterentwickelt", so die Ministerin.

Der Kernpunkt dabei ist: Die Hauptschule wird als allgemeinbildende und ausbildungsqualifizierende Schule noch deutlicher gestärkt und profiliert. "Bildung, Erziehung, individuelle Förderung und soziales Lernen werden als pädagogische Leitideen miteinander verzahnt, um mehr Bildungsqualität und Chancengleichheit zu ermöglichen."

Entscheidendes Merkmal des neuen Konzepts ist, dass es wie ein Baukasten aufgebaut ist. Die Hauptschulen entscheiden als eigenverantwortliche Schulen in Absprache mit der Schulaufsicht vor Ort selbst, welche Teile des Baukastens zu ihrer standortspezifischen Situation passen und was sie zuerst umsetzen möchten. Das Konzept soll im Januar allen Schulleiterinnen und Schulleitern der Hauptschulen in zentralen Informationsveranstaltungen in den fünf Regierungsbezirken vorgestellt werden.

Ministerin Sommer betonte, dass alle Hauptschulen nun die Möglichkeit haben, passgenaue Angebote für ihre Schülerinnen und Schüler zu entwickeln: "Mit den neu eingerichteten Schulentwicklungskonferenzen können die Schulen ab sofort ihre Vorhaben eigenverantwortlich planen. Die Schulaufsicht wird die Schulen dabei beraten und unterstützen."

Die Qualitätsoffensive Hauptschule wird durch einen Beirat begleitet, der im Frühjahr 2009 seine Arbeit aufnehmen wird. Dieser setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft, Schule und Kultur, denen eine qualifizierte Grundbildung und eine verbesserte Ausbildungsreife ein wichtiges Anliegen sind. Der Beirat wird die Landesregierung bei der Umsetzung der Qualitätsoffensive beraten sowie auf unterschiedlichen Ebenen für die Unterstützung eintreten.

Fakten zu den Ausbildungschancen von Hauptschülern

Entscheidend für die Berufsaussichten von Schulabsolventinnen und -absolventen am Ende der Sekundarstufe I ist weniger die besuchte Schulform als der erworbene Abschluss. Dies ergeben aktuelle Auswertungen der Amtlichen Schulstatistik Nordrhein-Westfalen für das Schuljahr 2007/08. Barbara Sommer: "Hauptschüler haben die gleichen Chancen auf einen Ausbildungsplatz oder einen weiterführenden Bildungsweg wie Gleichaltrige, die ihren Abschluss auf Realschulen oder Gesamtschulen gemacht haben. Die Fakten belegen, dass die Hauptschulen ihre Schülerinnen und Schüler genauso gut auf die Zukunft vorbereiten wie die anderen Schulformen."

60,4 Prozent der Schülerinnen und Schüler an Hauptschulen erwerben den Hauptschulabschluss. 38,4 Prozent von ihnen erhalten einen Ausbildungsplatz und gehen in die Fachklassen des Dualen Systems am Berufskolleg über, 38,5 Prozent treten in einen weiterführenden Bildungsgang am Berufskolleg ein, in der Regel um die Fachoberschulreife zu erwerben, und 23,1 Prozent besuchten am Berufskolleg Klassen für Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis, das Berufsorientierungsjahr oder das Berufsgrundschuljahr.

30,2 Prozent der Schülerinnen und Schüler an Hauptschulen erwerben den mittleren Schulabschluss (Fachoberschulreife). 39 Prozent von ihnen wechseln in das Duale Ausbildungssystem, 50,9 Prozent streben eine Studienberechtigung an und nur 10,1 Prozent besuchen Klassen für Schüler ohne Berufsausbildungsverhältnis, das Berufsorientierungsjahr oder das Berufsgrundschuljahr.

Die Handwerksstatistik des Westdeutschen Handwerkskammertages zeigt, dass die Hälfte aller neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge des Jahres 2007 auf Absolventinnen und Absolventen mit Hauptschulabschluss entfielen. Dies belege, so die Ministerin, welch hohes Maß an Anerkennung der Hauptschulabschluss auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt schon jetzt genieße.


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