Bayern

Realschule als Ersatz-Gymnasium?

Die Landtagsgrünen haben die Reformpläne der Staatsregierung für die Realschule mit Skepsis aufgenommen. "Ganz offensichtlich ist es mittlerweile auch im Kultusministerium nicht mehr zu leugnen, dass das bestehende Schulsystem an seine Grenzen stößt", sagte der schulpolitische Sprecher Thomas Gehring. "Nach der Hauptschule ist deshalb jetzt die Realschule das nächste Experimentierfeld, um damit eine weitere Säule des umstrittenen dreigliedrigen Schulsystems nachzujustieren."

22.06.2010 Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen

Doch die Nachbesserungsbemühungen des Kultusministers würden dem pädagogischen Grundproblem nicht gerecht: "Immer mehr Eltern haben Angst, dass ihre Kinder zu früh abgehängt werden und drängen deshalb darauf, dass ihre Kinder anstatt auf die Haupt- lieber auf die Realschule bzw. anstatt zur Realschule besser aufs Gymnasium wechseln. Um dieser Abstimmung mit den Füßen etwas entgegenzusetzen, soll jetzt offenbar die Realschule zu einer Art Ersatz-Gymnasium hochgetunt werden." Damit zeige sich erneut, in welcher Schieflage sich das dreigliedrige Schulsystem in Bayern bereits befinde: "Wir müssen endlich aufhören, an den überkommenen Strukturen herumzudoktern", fordert Thomas Gehring. Stattdessen müsse ein Unterrichtsumfeld geschaffen werden, das die frühe Auslese beende und mehr individuelle Förderung für alle Schülerinnen und Schüler zulasse. "Wir fordern eine längere gemeinsame Schulzeit und Unterrichtsformen, in denen gezielt auf die Stärken der einzelnen Schülerinnen und Schüler eingegangen werden kann. Deshalb sehen wir in der Gemeinschaftsschule die richtige Perspektive."


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