Realschulen stehen für Herausforderungen der Integration bereit
Mit 15 zusätzlichen Angeboten an SPRINT-Klassen können die bayerischen Realschulen ab dem kommenden Schuljahr rechnen.
15.12.2015 Bayern Pressemeldung Bayerischer Realschullehrerverband (brlv)"Das ist ein erster Schritt, um begabten Flüchtlingskindern Perspektiven für eine erfolgreiche schulische Laufbahn zu schaffen. Genauso wollen wir als Realschulen unseren Beitrag dazu leisten, um die Mittelschulen zu entlasten und unserer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden", sagte der Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbands, Jürgen Böhm, am Rande des Runden Tisches, den der Verband mit allen relevanten Akteuren des Realschulbereichs am vergangenen Freitag organisiert hatte. Vertreter der Eltern, der Hochschulen, des Ministeriums, der Schulaufsicht, der Lehrer und der Direktoren diskutierten dabei über die aktuellen Konzepte zur Beschulung von Flüchtlingen und zur Fortbildung der Lehrkräfte.
Das SPRINT-Modell (SPRINT = SPRachförderung INTensiv), das derzeit an zwei Realschulen in München und Nürnberg getestet wird, ist speziell auf die Integration von jungen Flüchtlingskindern und Schülern mit geringen Deutschkenntnissen ausgerichtet. Innerhalb eines Schuljahres sollen Schüler der 6. und 7. Jahrgangsstufe mit Hilfe eines gebundenen Ganztagsunterrichts und intensiver Deutschförderung schrittweise in die Regelklassen integriert und zu einem erfolgreichen Realschulabschluss geführt werden. Wissenschaftlich begleitet wird der Modellversuch von der Universität Erlangen-Nürnberg.
Klares Konzept für eine durchdachte Eingliederung
Brlv-Vorsitzender Böhm betont: "Die Realschulen haben damit ein klares Konzept für eine durchdachte Eingliederung der Kinder und Jugendlichen in unsere Schulart." In den kommenden Jahren müsse man den Ausbau stufenweise vorantreiben, je nach Bedarf in den Regionen.
Die Mittel für die Ausweitung von SPRINT kommen aus dem Etat, den die bayerische Regierung zusätzlich für die Integration von Flüchtlingen bereitstellt. Es sei ein wichtiges Zeichen, dass in diesem Bereich nicht auf Kosten der bestehenden Bildungsaufgaben und des Regelbetriebes an den Schulen in Bayern gespart werde, so Böhm.
Für die kommenden Monate habe nun die Fortbildung der Lehrkräfte im Bereich der Sprach- und Wertevermittlung für zugewanderte Kinder Priorität: "Es ist unser Anspruch, dass jeder Schüler das für ihn beste Bildungsangebot an der Realschule erhält und dass unsere Lehrkräfte die Rahmenbedingungen vorfinden, um ein solches Angebot zu ermöglichen. Dafür werden wir uns vehement einsetzen."
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