Realschullehrer gegen zersplitterte Schulen und gegen "Lernfabriken"

Der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) beobachtet mit Sorge die hektischen Aktivitäten kommunaler Schulträger im Hinblick auf die von der Landesregierung angekündigte Schulgesetzänderung. Die Schaffung von Mammutsystemen durch Schulzusammenlegungen hält der Verband für pädagogisch ebenso bedenklich, wie die Zersplit­terung von Schulen durch Verteilung auf zwei oder mehr Standorte.

30.05.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Verband Reale Bildung

Nach Auffassung des Lehrerverbandes sind große Lernfabriken nur schwer überschaubar. Eine Atmosphäre von Partnerschaftlichkeit und Geborgen­heit kann sich kaum entwickeln. So schafft man Problemschulen und ver­stärkt soziale Konflikte.

Auch die Aufteilung von Schulen auf mehrere Standorte lehnt der Verband ab. Der VDR hat zwar Verständnis für den Wunsch der Gemeinden nach Standortsicherung, aber in einer zersplitterten Schule kann keine Schul­gemeinschaft gedeihen. Die erschwerte Nutzung von Fach­räumen, das Pendeln der Fachlehrkräfte zwischen den Standorten, die Behinderung der Kommunikation zwischen allen am Schulleben beteiligten Gruppen u.a.m. verbieten solche Lösungen eigentlich von selbst. "Die Planspiele am grünen Tisch missachten die Schulwirklichkeit!", kritisiert der VDR-Landes­vorsitzende Bernd Karst und fordert für die Standortdis­kussionen eine Mitbeteiligung der betroffenen Schulen.

Durch eine deutliche Absenkung der Klassengrößen könnten auch kleinere Schulen die bei Realschulen plus geforderte Dreizügigkeit erreichen und so wäre es möglich, dass Standorte erhalten bleiben.

Ansprechpartner

Verband Reale Bildung

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden