Realschullehrer unterstützen Schüler-Demo nicht
Die heutige Schüler-Demonstration in München wird vom Bayerischen Realschullehrerverband nicht unterstützt. Verbandschef Huber erklärt, warum er die Proteste, bei denen Leistungsdruck und das schulische Arbeiten angeprangert werden, kritisch sieht:
23.07.2014 Pressemeldung Verband Reale Bildung"Wenn in diesen Tagen an den Schulen die Konferenzen zu den Jahreszeugnisnoten durchgeführt werden, zeigt sich überdeutlich, dass unsere Kinder und Jugendlichen oftmals das auszubaden haben, was Erwachsene falsch machen. Für viel zu viele Schüler ist das schulische Scheitern vorprogrammiert, weil die Erwachsenen nicht den Mut haben zu sagen, dass bestimmte schulische Wege aufgrund des individuellen Entwicklungspotenzials falsch sind. Das sehen wir an den Diskussionen über gestresste oder überforderte Schüler am G8, aber auch an Realschulen. Andere junge Menschen scheitern an einer völlig unzureichenden Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft, die von den Erwachsenen oft auch noch entschuldigt wird, indem man der Schule und dem Bildungssystem die Schuld gibt. Deshalb halte ich es für falsch, Kinder für die Fehler, die Erwachsene gemacht haben, auf die Straße zu schicken."
Huber betont die Forderung des brlv, dass die Schüler ihre je nach Schulart unterschiedliche Eignung beim Übertritt nachweisen. "Weil diese mittlerweile für bestimmte Bildungswege viel zu oft nicht gegeben ist, werden Kinder fehlgeleitet und scheitern. In der Pubertät kommt noch hinzu, dass Jugendliche schulische Anstrengung und Leistung häufig ablehnen. Auch dafür tragen Erwachsene Verantwortung, weil sie den Jugendlichen Ausflüchte ermöglichen oder sogar zu Schülerprotesten aufrufen", so Huber.
Der brlv-Chef fordert: "Wir wollen über die bayerische Realschule Aufsteiger durch Bildung fördern und nicht Kinder, die in der Pubertät schulisch scheitern. Frustrierte Jugendliche sind in jeder Gesellschaft problematisch, nicht nur in Ländern mit Abiturientenquoten von 80 %, aber einer Jugendarbeitslosenquote von mehr als 50 %."
Keine Kommentare vorhanden